Ich melde mich gerade wieder aus Bonn. Nachdem ich nun die ersten beiden Tage der Vorbereitungswoche überstanden habe, wollte ich mal ein kurzes Fazit ziehen.
In Vorbereitung auf das Leben in Kairo begann die Woche am Sonntag (in muslimischen Ländern ist der Sonntag der Montag) mit dem Sicherheitstraining. Ich bin da zwar mit der vollkommen falschen Vorstellung, man lerne Selbstverteidigung und ähnliches hingegangen, muss aber sagen, dass dies vermutlich das sinnvollste und am besten organisierteste Seminar meines Lebens war. Gerade durch die wahnsinnig authentische Seminarleiterin, die gefühlt schon in allen Krisenregionen der Erde war und so viele Situationen erlebt hatte, war dieses Seminar echt verdammt lehrreich. Auch durch den hohen Anteil an Rollenspielen (Geiselnahme, Carchecking, Checkpoints) wurde das Seminar nie langwierig oder langweilig. Die Frage bleibt, ob dieser 8-stündige Kurs nun wirklich auf alle Gefahren vorbereitet. Aber diese Frage werde ich dann vermutlich erst in der Zukunft beantworten können. Jedoch gehe ich das Abenteuer nun mit etwas entspannterer Grundstimmung an.
Am heutigen Montag ging nun dann der ursprüngliche Vorbereitungslehrgang los. Dieser findet im Bundesinnenministerium statt. Auf dem heutigen Tagungsplan stand neben der allgemeinen Vorstellung der Teilnehmer vor allem die Einführung in die Thematik der Finanzen und Steuern. Auch wenn das Finanzielle ja nun nicht der Grund für meine Ausreise ist, dann muss ich sagen, dass sich das Ganze schon gut lohnt. Gerade wenn man bedenkt, dass die Lebenserhaltungskosten in Kairo ja nur ein Bruchteil derer in Deutschland sind.
Ansonsten bleibt festzuhalten, dass ein gemeinsames Seminar mit 35 Lehrern verdammt anstrengend sein kann. Gerade bei Lehrern denkt man ja, dass sie aufgrund ihres Berufes dafür sensibilisiert sind, zuzuhören und mitzudenken. Jedoch scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Ständiges Gemurmel und absolut sinnlose Fragen stehen da an der Tagesordnung. So dass man dann nach so einem 10-stündigen Seminartag dann auch die Ruhe des Hotelzimmers zu schätzen weiß.