Ahlan wa sahlan. Ana ismi Ricardo. Ana min Almanya. Ana sakeen fi el Dokki.
Das sind so die ersten Brocken Arabisch, die ich mittlerweile drauf habe. Neben den lernen der arabischen Sprache, oder besser der ägyptischen Variante der arabische Sprache, waren die letzten Wochen besonders durch viel Arbeit geprägt. Darum will ich diese mal kurz zusammenfassen und Ausblick auf die kommenden Wochen geben.
Nachdem die Schule mittlerweile in die 7. Woche geht, kommen neben der normalen Unterrichtsvorbereitung auch noch die Korrekturen von Tests und Kurzarbeiten hinzu. Neben der Feststellung, dass die Ägypter ihr mathematisches Talent nicht mit Pythagoras und Co. verbraucht haben, fällt mir auf, dass gerade Mädchen hier echt gute Mathematikerinnen sind. Diese Woche darf ich dann meine eigene Klasse, dass erste Mal zur Klausur bitten. Die Klausur wird dann so ziemlich der krönende Abschluss bevor es dann nächste Woche endlich auf Klassenfahrt geht. Die Vorfreude darauf steigt jeden Tag. Zum Einen darf ich dann gleich mal einige der Sehenswürdigkeiten Ägyptens kennenlernen und Zum Anderen kann man dann mit den Schülern mal mehr als über Potenzfunktionen, Wechselwirkungsgesetz oder Schmusegeraden reden.
Weiterhin gab es in der vorangegangenen Woche den zweiten Teil der Ausbildung zum sprachsensiblen Unterricht. Dieser fand an unserer Schule statt und daran nahmen die neuen Lehrer der ägyptischen Schulen sowie ein Kollege aus Jerusalem und einer aus Nairobi teil. Die Woche stand unter dem Schwerpunkt der Verbesserung der Unterrichtsqualität in Hinblick darauf, keine Muttersprachler zu unterrichten. Eingebaut war dabei auch ein Vortrag des Sicherheitsberaters der deutschen Botschaft. Als er dann Dinge aufzählte, die man in Ägypten lieber nicht machen sollte, konnte ich fast hinter jeden Punkt ein Häkchen setzen, da ich das bereits gemacht habe. Teilweise waren seine Ausführungen aber auch ein wenig übertrieben und teilweise auch Sachverhalte die einem in jedem Land, jeder Stadt auf dieser Welt passieren können. Aber das ist wohl die typische deutsche Vorsichtigkeit.
Neben der Schule versuche ich auch persönlich in Kairo anzukommen. Erste Erfolge stellen sich dabei ein. Immerhin bin ich schon per du mit dem Tanta-Emma-Ladenbesitzer bei mir vorm Haus und wir bringen uns gegenseitig die Sprache des anderen bei. Die Einrichtung der Wohnung geht langsam vorwärts, aber ein guter Tischkicker wurde schon ins Auge gefasst.
Als Ausgleich zum Schulstress steht immer noch das Gold’s Gym bereit. Da ich nun hier nicht mehr so viel Fußball spiele (nur noch einmal die Woche mit den Habibis vom Sicherheitsdienst), bleibt mehr Zeit für Fitness. Dies ist auch notwendig, denn nach der Entdeckung des Teufelswerk Otlob ist eine Gewichtszunahme nur noch schwer aufzuhalten. Zur Erklärung Otlob ist das ägyptische Pendant zu Lieferheld. Nur das der Preis viel geringer ist.
Nach der hoffentlich wunderbaren Klassenfahrt stehen dann auch die erste Besuche aus Deutschland an. Auf diese freue ich mich schon riesig. Und bin gespannt wie meine Eltern die Stadt und mein Leben hier finden. Doch bevor dies soweit ist, muss ich diese Woche erstmal einen Arabischtest schreiben. Ich hoffe das wird erfolgreicher als meine früheren Fremdsprachenarbeiten in der Schule. Also Daumen drücken. Ich versuche nun auch häufiger zu schreiben. Masalam.