Mittlerweile bin ich nun seit einer Woche wieder in Deutschland. Nach dem Weihnachtsfest mit der Familie und bereits einigen ausgiebig gelebten Nächten, steht der Jahreswechsel vor der Tür. Darum möchte ich diesen Beitrag nutzen um ein kleines Fazit von meinen ersten 4 Monaten zu ziehen.
Die Frage die ich nun die letzten Tage in Deutschland wohl am meisten gehört habe: „Warum bist du eigentlich immer noch so weiß?“. Auf diese Frage habe ich dann meistens keine plausible Antwort. Darum machen wir mit der zweithäufigsten Frage weiter: „Wie gefällt es dir da unten?“ Aber die Antwort auf diese Frage ist gar nicht so leicht. Also im Normalfall kommt dann ein: „Ja ist schon ziemlich cool.“ Doch eigentlich wird diese Antwort in keiner Weise dem Leben da unten gerecht. Es ist jedoch unglaublich schwer, dass ganze in Worte zu fassen, damit das andere verstehen können. Doch jetzt hier der Versuch. Auch wenn ich wenig Hoffnung habe, euch das alles so darzustellen können, dass ihr wisst was ich meine.
Als erstmal hat das Leben in Kairo genauso wie das Leben in Deutschland positive als auch negative Facetten. Auf der negativen Seite muss auf alle Fälle der Dreck genannt werden. Dieser ist auf Dauer dann doch äußerst anstrengend. Und wenn wir beim Thema Anstrengung sind, Kairo ist um Welten anstrengender als das was ich bisher gewohnt war. Ich weiß gar nicht woran das liegt, ob es einfach die enorme Reizüberflutung ist oder die vielen kulturellen Dinge sind die man beachten muss. Aber auf alle Fälle ist so ein Tag in Kairo sehr anstrengend. Und dann sind wir auch gleich wieder beim nächsten Punkt. Man muss für alles Zeit und Energie einsetzen. Ist es mal ein Tag wo man kein Wasser hat, dann fehlt eine Woche später das Gas für den Herd. Und die Woche darauf fällt einem der Spülknopf der Toilette in die Toilette. Aber das ist auch etwas was das Leben in Kairo ausmacht. Es wird nie langweilig. Die Stadt kann einen jeden Tag aufs neue überraschen. Was ich eigentlich sehr angenehm finde. Des Weiteren, was mir erst so richtig hier in Deutschland aufgefallen ist, ich liebe die Sonne. Auch wenn man es tagsüber eigentlich nicht so mitbekommt, aber sie sorgt dann doch dafür das man gut gelaunt ist. Ansonsten sind die Bedingungen zur Führung eines angenehmen Lebens dann doch ganz gut da unten, zumindest für einen Lehrer an einer deutschen Schule.
Wo wir dann wohl gleich zum zweiten wichtigen Faktor kommen, der Schule. Auch wenn ich da eigentlich nicht so viel zu schreiben will, aber ein paar Sätze sind heute mal drin. Also da für mich der Übergang vom Referendariat hin zu einer vollen Stelle, welcher auch in Deutschland mit viel Arbeit verbunden ist, noch durch die Umstellung auf eine neue Schule in einem Land verbunden war, bedeutete das sehr viel Arbeit für mich. Ja richtig gelesen: ARBEIT. Auch als Lehrer muss man tatsächlich arbeiten. Gerade durch die höhere Stundenzahl musste ich schnell lernen, dass nicht mehr alles so gut geplant sein kann wie im Ref. Doch nach der bisherigen Zeit habe ich, denke ich, mittlerweile eine gewisse Routine erarbeitet, die es nun gilt auszupfeilen und zu verbessern.
Als letzter Punkt bleibt dann noch der Punkt im Umgang mit den Menschen. Auch dieser ist sehr oft geprägt, dass er mit Anstrengung verbunden ist. Gerade als Deutscher muss man hier dann doch sehr viel Geduld mitbringen. Aber genauso ist der Umgang mit den ägyptischen Schülern und Menschen meistens sehr abwechslungsreich und überraschend. Aber auch hier spielt der Punkt, dass ich ein Ausländer bin, dann doch wohl eine entscheidende Rolle. Ansonsten unterscheidet sich die Gesellschaft in Ägypten prinzipiell nicht so sehr von der in Deutschland, nur dass in Ägypten alles weniger mit Stock im Arsch zu geht.
Als letztes bleibt dann eigentlich noch die wichtigste Frage: „Bist du glücklich? Oder bereust du es?“ Auf die Frage kann ich eigentlich nur antworten, dass ich es auf alle Fälle nicht bereue und echt froh darüber bin, dass ich diesen Schritt gegangen bin.
Zum Abschluss möchte ich all denen danken, die sich hier durch meine geistigen Ergüsse und der sogenannten Zufallskommasetzung immer wieder durchkämpfen. Da mir einige Menschen gesagt haben, dass sie den Blog verfolgen. Darüber freue ich mich sehr. Und ich wünsche euch allen einen guten Rutsch. Und das nächste Mal dann wieder aus Kairo.