Heikle Sache

Hallo. Ich habe lange Zeit mit mir gerungen, ob ich wie im letzten Blogeintrag angekündigt. wirklich etwas zur COVID19-Pandemie zu schreiben. Ganz einfach aus dem Grund, da die Diskussion darüber mittlerweile keine objektive Diskussion mehr ist, sondern eigentlich nur noch aus Meinungen anstatt von Argumenten besteht. Ich versuche einfach mal meine Gedanken dazu zu erörtern beziehungsweise was mir in den letzten Tagen und Wochen so aufgefallen ist. Ihr müsst weder mir weder zustimmen noch meine Meinung teilen. Ihr könnt mir aber gern eure eigene Meinung schreiben. Ich habe nämlich von meinen Schülern gelernt, dass man bei einem Blog, andere Menschen zur Interaktion auffordert 😉 

Was ich zu Beginn als zentrale, nicht verhandelbare Grundannahmen festlegen möchte: Der Coronavirus existiert und er hat für einen gewissen Teil, von uns Menschen, schwerwiegende Folgen. Ich möchte auch gar nicht so viel erörtern, an was ich glaube oder denke, sondern möchte vielmehr einige Punkte diskutieren, die mir in der letzten Zeit so aufgefallen sind. Als Erstes denke ich, sollte wir mal wieder mehr den Wissenschaftlern vertrauen. Ich meine die Virologen, Soziologen und wer noch alles, sind Experten auf ihren Gebieten. Sie beschäftigen sich mit diesen Themen seit Jahren und damit haben sie mehr Fachwissen als du oder ich, die sich vermutlich zum ersten Mal im Leben mit einer Pandemie auseinandersetzen. Darum sollten wir auch auf deren Urteil vertrauen. Wenn diese sagen, dass es noch nicht hilfreich ist, alles wieder zu öffnen, dann ist es vermutlich so. Und noch etwas dazu: In der Wissenschaft ist es eigentlich relativ normal, dass man verschiedene Auffassungen haben kann. Und das einige Wissenschaftler einen anderen Weg für besser halten. Das sieht man beispielsweise am schwedischen Modell während der Pandemie, welches jedoch aktuell bei der Sterberate nicht sonderlich gut wegkommt. Deshalb denke ich, dass der Weg den die meisten Länder verfolgen der Richtige ist, auch wenn er für alle gewisse Schwierigkeiten mit sich bringt. 

Weiterhin denke ich, ist es ganz wichtig, dass wir uns alle nochmal ins Gedächtnis rufen, dass dies eine außergewöhnliche Situation ist, die niemand so kommen sehen hat. Und an diejenigen die den Verschwörungstheoretikern angehören: Wie oft haben eure Theorien nicht funktioniert? Deshalb ist es für alle Entscheidungsträger auch sehr schwer die richtige Entscheidung zu treffen. Ich meine, woher sollen diejenige denn wissen, was der richtige Weg ist? Die Faktoren, die jede Entscheidung beeinflussen sind doch mittlerweile so vielfältig: biologische, soziologische, politische oder ökonomische, um mal nur die wichtigsten zu nennen. Da jedesmal immer die Entscheidung zu treffen, die allen hilft und die für alle Menschen das Beste ist, würde ich als unmöglich einschätzen. Was dabei aber überhaupt nicht hilft, ist ständiges kritisieren aller Entscheidungen. Ich bin der Meinung, Entscheidungen oder Taten anderer zu kritisieren war schon immer recht einfach. Aber auch wenig hilfreich. Wenn man etwas ändern möchte, gibt es doch zahlreiche Wege. Und wenn man dies als Anstoß nimmt eine politische Karriere zu starten. Aber was auf keinen Fall der richtige Weg ist: Posts auf den sozialen Netzwerken, die alles über den Kamm scheren, Dinge verharmlosen oder überdramatisieren oder gar zum Widerstand aufrufen. Das ist einfach Bullshit. Ganz ehrlich. 

Apropos soziale Medien: Eigentlich sollten diese doch in der jetzigen Krise eine große Hilfe für uns sein. Denn sie ermöglichen es uns, mit unseren Freunden, unserer Familie oder unseren Lieben in Kontakt zu bleiben und das sollte doch etwas positives sein. Ich habe jedoch den Eindruck, dass viele Menschen den Sinn der sozialen Medien vollkommen vergessen, oder eventuell nie kannten. Worauf ich hinauswill: Klar kann man gern auch mal einen kritischen Post teilen oder seinen Unmut kundtun. Das ist alles richtig. Jedoch sollte es dann nicht so aussehen, dass man andere n tagtäglich mit seinen eigenen politischen Meinungen bombardiert oder einfach falsche oder schlecht recherchierte Beiträge teilt, die eigentlich nur das Ziel haben, die Menschen auf eine Meinung zu instrumentalisieren. Wir alle wissen wie schnell so ein Bild oder Post bei Facebook mal schnell über 1000 Klicks hat. Dann sollte der Inhalt auch passend sein. Viele werfen mit Zahlen und Statistiken heutzutage um sich, ohne diese nach ihrer Echtheit zu hinterfragen. Damit meine ich nicht das anzweifeln von wissenschaftlichen Quellen, sondern vielmehr die Statistiken die hübsch aufbereitet und meistens ohne Quellenangabe daher kommen. Ich glaube jeder einzelne von uns hat ausreichend mit dieser Krise zu kämpfen und muss Opfer eingehen. Dann sollten wir doch die sozialen Medien nutzen, um unsere Freunde zu kontaktieren oder mit der Familie zu reden und nicht um noch uns mit albernen und nutzlosen Verschwörungstheorien auseinanderzusetzen zu müssen. Ein wenig mehr Verantwortung im Umgang mit den sozialen Medien und uns allen wäre sehr geholfen. 

Abschließend noch ein paar allgemeine Gedanken. Ich denke, diese Phase jetzt zeigt, dass der Weg, den wir Menschen in den letzten Jahren und Jahrzehnten eingeschlagen haben, nicht der richtige sein kann. Und wir sollten uns als Gesellschaft, so wie jeder einzelne für sich hinterfragen, wie er sein Leben in der Zukunft gestalten möchte. Eins hat das Virus ja mittlerweile gut gezeigt: Wir Menschen sind alle gleich. Den Virus juckt es nicht, ob jemand Amerikaner, Chinese oder Europäer ist. Ob der Mensch schwarz oder weiß ist. Oder gar ob der Mensch christlich, jüdisch, muslimische oder atheistisch ist. Warum machen wir Menschen dann immer noch so einen riesigen Unterschied deswegen? Und ich hoffe, dass wir nun die Weichen für eine Zukunft legen, die für alle Menschen gerechter, friedlicher und offener ist. Auch wenn das eventuell naiv klingen mag, dann bin ich eben jetzt ein kleiner Träumer. 😉

Zu Guter letzt will ich noch voller Stolz mein neues Skillset in Arabisch präsentieren. Den ich habe die letzten Wochen genutzt um mich endlich mal näher mit der arabischen Schrift auseinanderzusetzen:

أنااِسمِرِكرروشمِدت. أناباشتَغَّلفيالمدرسه.

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