Nachdem ich in meinem letzten Blogeintrag verkündet habe, dass ich mit Instagram aufhöre, möchte ich nun verkünden, dass ich auch mit dem Blog aufhöre. Des Weiteren werde ich mich von jeglicher digitaler Social-Media-Plattform verabschieden und das Leben eines Einsiedlers in der Wüste Ägyptens leben. Nein Spaß. Eigentlich wollte ich nur mal wieder was schreiben und von meinem Leben berichten und was bietet sich besser an, als vom heutigen Halbmarathon zu berichten. Also volle Kraft voraus.
Bevor ich mit dem Bericht von dem Lauf anfange, möchte ich nun kurz von meinen Erfahrungen bei der Löschung meines Isntagramaccounts berichten. Es war erstaunlich easy peasy. Ich hatte kaum das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Also war ich vielleicht doch nicht so süchtig, wie ich gedacht habe. Das wirklich Positive ist, gefühlt habe ich deutlich mehr Zeit als vorher. Ich habe in den letzten 4 Wochen ungefähr so viele Bücher gelesen, wie im gesamten Jahr 2020. Aber ich muss auch zugeben, wenn man sich die Zeit mit dem Handy vertreiben möchte, dann findet man auch ohne Instagram einen Weg dazu. Mal schauen, vielleicht gibt es ja nochmal ein Comeback bei Instagram oder Facebook. Wir werden sehen was die Zeit bringt.
So kommen wir nun zum eindeutig spannenderen und interessanteren Teil dieses Eintrages: Marathon Cairo 2021. Ein Lauf der eigentlich für Mitte Januar geplant war, aber erst heute stattgefunden hat. Den Lauf habe ich eher durch Zufall entdeckt, da ein anderer Läufer darüber bei Insta gepostet hat, also doch wieder zurück zu Insta ;). Also habe ich mich sofort angemeldet. Es lief bis dahin auch alles ohne Probleme. In der Woche vor dem ursprünglichen Lauf, kam auf einmal die erste Mail überhaupt: Der Lauf ist verschoben um 5 bis 6 Wochen. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht. Leider hatte diese Mail einen recht negativen Einfluss auf meine Trainningsmoral und ich habe erstmal eine Trainingspause für 2,5 Wochen eingelegt. Habe aber in den letzten 2 Wochen wieder mit einer Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining angefangen.
In den letzten Wochen wurde mir dann doch etwas mulmig, da es keine Nachrichten mehr gab vom Veranstalter. Es gab auch keine Website oder ähnliches. Sondern das gesamte Marketing fand über Facebook statt, aufmerksame Leser erkennen das Problem. Am Mittwoch kam, zu meinem Erstaunen, doch noch eine Mail vom Veranstalter. Der Inhalt war dann noch erstaunlicher: Der Lauf findet in zwei Tagen statt. Am Anfang wollte ich die ganze Sache einfach gleich sein lassen. Aber am Ende war der Ehrgeiz dann doch wieder da an dem Lauf teilzunehmen, obwohl ich langsam leichte Zweifel an der Qualität der Organisation bekommen habe. Nachdem ich dann über Umwege meine Startunterlagen erhalten habe, die nächste Überraschung: Die Startnummer hatte keinen Chip, so war ich sehr gespannt, wie die Zeitmessung stattfinden sollte, da der Lauf auch noch theoretisch in zwei Startwellen geschehen sollte. Aber ich dachte mir: Wird schon werden. Die werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Die Zweifel wurden aber ehrlich gesagt nicht kleiner. Auch die Tatsache, dass es laut dem Streckenplan keine Verpflegung geben sollte, stärkte meine Zuversicht in den Lauf nicht.
Aber kommen wir zum heutigen Tag. Ich wollte den Start 06.45 Uhr wahrnehmen. Das bedeutete natürlich ein recht frühes Aufstehen, was aber erstaunlich einfach von statten ging. Zumindestens im Vergleich zu den Schultagen. Nach einem kleinen Frühstück sollte es per Uber zum Startpunkt gehen. Der Startpunkt war über einen GoogleMaps Link in der E-Mail mitgeteilt wurden. Nach knapp 20 Minuten kam ich in einem mir bekannten Stadtteil an, was mich erstmal freute. Problem war nur: Da gab es nicht den Nile Country Club, welcher der Startort sein sollte. Der Veranstalter hatte einfach einen falschen GoogleMaps Link geschickt. Nach kurzer Recherche im Internet fand ich dann den richtigen Club. Also neuer Uber und zack zum Start. Eigentlich sollte ich 5 min zu spät für den eigentlichen Start ankommen, aber das beunruhigte mich nicht so sehr. Ich baute einfach auf den Veranstalter, dass er es nicht schaffen würde, pünktlich anzufangen. Und zum ersten Mal enttäuschten sie mich nicht. Ich konnte nochmal schnell auf Toilette und dann ging es ohne Erwärmung los.
Den Lauf an sich möchte ich eigentlich recht kurz halten, weil viel ist nicht passiert: rechts – links – rechts – links – scheiße das Auto ist verdammt knapp vorbeigefahren – rechts – links – Wo kommt der Esel 2 m vor mir her? – … . Das übliche eben für einen Lauf auf einer befahrenen Nilstraße. Am Anfang hatte ich eine erstaunlich gute Geschwindigkeit. Jedoch konnte ich das nicht durchhalten. Aber der Hälfte wurde ich spürbar langsamer. Das interessante heute: Sonst bekomme ich eigentlich immer Kraftprobleme gegen Ende hin. Also das die Beine nicht mehr können. Heute wollten die Beine, aber die Luft hat nicht mitgemacht. Also meine Beine wollten schneller werden aber mein Puls war schon nah dran am Maximalpuls. Also musste ich mich bremsen, weil es luftmäßig einfach nicht mehr ging. Ich schiebe es mal auf die mangelnde Trainingseinstellung in den letzten Wochen. Der krasseste Moment war jedoch, als ich ungefähr 7 km vor dem Ziel durch einen Marathonläufer überholt wurde. Der Junge ist ungefähr ne Stunde (ich bin mir nicht sicher, vielleicht auch mehr) vor mir losgelaufen und überholte mich dann da lockerreicht mit 20 km mehr in den Beinen. Das war dann schon recht beeindruckend. Aber immerhin gab er mir einen Klaps auf die Schulter. Ob das nun eine Art Ritterschlag war oder vielleicht eher Mitleid war, weil mein Laufstil erbärmlich ist, vermag ich nicht zu sagen.
Zusammenfassend habe ich ein wenig länger gebraucht als ich wollte. Aber am Ende war ich trotzdem sehr zufrieden mit mir und meiner Leistung. Die Vorbereitung war einfach schlecht. Und diese Woche war sowieso einfach nur kacke und beschissen, von daher war der Lauf dann doch ein recht versöhnlicher Abschluss dieser Woche. Und ich konnte ein wenig Sonne tanken und habe nun einen leichten Sonnenbrand im Gesicht.