Liebes Tagebuch

Moin Moin. Ich möchte mich mal wieder aus Kairo melden. Aus einem mir noch unbekannten Grund, hatte ich diese Woche das Gefühl mal wieder was schreiben zu wollen. So richtig habe ich meine Gedanken noch nicht sortiert, darum kann ich noch nicht genau abschätzen in welche Richtung dieser Eintrag geht. Aber eins kann ich versprechen, Oma, es wird nicht ums Laufen gehen, auch wenn ich da mittlerweile echt gut bin. (#weißerkipchoge)

Also erstmal in Bezug auf meinen letzten Blogeintrag. Jap, ich stricke wieder und es macht wieder echt viel Spaß. Auch wenn ich vermutlich für immer ein Zeitlupenstricker bleiben werde, ist es echt entspannend. Und dieses Jahr habe ich den Einstieg auch erstaunlich gut hinbekommen, so dass ich nicht erst stundenlang Strickvideos auf YouTube anschauen musste und mir vorgekommen bin, wie ein totaler Amateur. Ich hoffe, dass ich meinen Schal vor der Weihnachtszeit fertig bekomme, weil in Deutschland werde ich sicherlich sehr frieren. Mittlerweile ist mir selbst in Kairo bereits Ende Oktober recht kalt.

Die, bereits im letzten Blog angedeuteten, gemischten Gefühle über die Tatsache meines letzten Jahres werden immer stärker. Zum Einen macht es einiges echt angenehm. Ich meine, die Elternabende auf Englisch werde ich mit Sicherheit nicht sehr vermissen. Auch konnte ich mir so noch ein paar Ziele für dieses Jahr setzen, die ich erreichen möchte. Durch diese Deadline ist man immer etwas motivierter. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass man gewisse Dinge nie wieder erleben wird. Gerade nach echt guten Unterrichtsstunden, die unfassbar viel Spaß machen, fragt man sich, ob es die richtige Entscheidung ist. Aktuell wanke ich zwischen den Tagen, wo ich mir wünsche, dass es sofort vorbei ist und Tagen an denen ich sage, dass ich doch lieber nochmal bleiben will.

Aktuell sind es noch so ziemlich genau 8 Monate, die ich in Kairo leben werde. 8 Monate! So richtig greifbar ist es für mich nicht. Wirklich. Ich habe absolut keine Ahnung, ob es die richtige Entscheidung ist. Ja Mama, ich weiß, du verstehst das nicht :D. Aber ich bin auch tief überzeugt von dem Spruch: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“. Auch wenn das ein wenig naiv und abgedroschen klingt, aber ich glaube, dass da wirklich was dran ist. Denn prinzipiell will ich die Zeit hier in guter Erinnerung behalten und nicht zurückblicken und sagen, dass es kacke war.

In den letzten Wochen habe ich oft darüber nachgedacht, was ich dann mit diesem Blog machen will. In den nächsten 8 Monaten werde ich diesen nutzen, um verschiedene Fazite (komischer Plural, klingt nach McDonald-Deutsch) zu ziehen. In denen ich mal reflektieren will, was mir die Zeit hier gebracht hat. Auch wenn das jetzt sehr hochtrabend klingt und den Tagebuchcharakter des Blogs stärkt. Was ich nach den 8 Monaten mit dem Blog mache, keine Ahnung. Tendenziell macht mir die Sache ja auch Spaß, auch wenn man dies aufgrund der Beitragsdichte anzweifeln könnte. Aber vielleicht kommt ja nochmal ein weiterer Auslandsaufenthalt hinzu, über den man berichten kann.

Sooo das soll es erstmal gewesen sein. Da ich nächste Woche einen Halbmarathon laufe und noch den Bericht von einem bereits gelaufenen Lauf schuldig bin, wird es beim nächsten Mal dann doch wieder ums Laufen gehen. Also bis dann.

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