Nicht wie am Freitag, so wie in den letzten Wochen üblich, sondern eben mal Samstag. Gestern habe ich einfach zu viel Sonne abbekommen und konnte mich, zu nicht mehr viel motivieren. Diesmal keine großen Zukunftsaussichten, sondern einfach ein kurzer Bericht aus Kairo.
Nach 3,5 Jahren in Kairo gewöhnt man sich wirklich an das meiste und kann über fast alles lachen. Erst diese Woche war ein kleiner Unfall in meiner Straße. Ein Auto rammte ein anderes, das gerade ausparken wollte. Daraufhin entwickelte sich eine kleine Schlägerei. Das überraschende war, dass es mich nicht weiter überrascht hatte. Sowas sieht man hier viel zu oft.
Ansonsten läuft das letzte halbe Schuljahr. Die schriftlichen Abiturprüfungen habe ich korrigiert und dies sind fertig zur Abgabe. Diese Woche stehen dann noch die Zentralen Vergleichsarbeiten in den 10. Klassen an, welche den Mittelschulabschluss darstellen. Diese sorgen wie immer für viel Kopfschmerzen bei den Schülern. Wenn diese und die nächsten Klausuren geschafft sind, dann wird es für mich dann auch endlich entspannter, isa. Das nächste Etappenziel ist der 14.04. Die Osterferien. Diese umfassen dieses Jahr 3 Wochen und sind damit wirklich lohnenswert. Ich bin noch unsicher, wie ich diese Zeit füllen möchte. Aber prinzipiell würde ich gern in der Region reisen und nochmal ein paar Dinge sehen, die ich bisher noch nicht angeschaut habe. Aber mal schauen, bis dahin ist ja zum Glück noch ein wenig Zeit.
Neben den großen SchülerInnen unterrichte ich dieses Jahr auch eine 5. Klasse in MINT. Dies findet bei uns sehr projektorientiert statt. Dabei wird aus jedem Fach ein etwa achtwöchiges Projekt durch die SchülerInnen bearbeitet. Im ersten Projekt haben sie Legoroboter gebaut und im zweiten wurde ein Kreativhaus gestaltet. Im dritten Projekt steht Botanik auf dem Programm. Hier sollen die Schüler eine möglichst große Bohne züchten. Glücklicherweise war ein Blumentopf übrig und ich darf nun mitzüchten. Dabei gilt es, nicht nur die SchülerInnen auszustechen sondern auch die anderen LehrerInnen aus den Parallelklassen. Bei der Frage nach dem schönsten Blumentopf, habe ich bereits eindeutig gewonnen. Jetzt muss nur noch die Pflanze mitspielen. Nach ausführlicher Internetrecherche was Pflanzen beim wachsen gut tut, habe ich mir ein paar geheime Tricks angeeignet. Meine Bohne bekommt klassische Musik zu hören, damit sie schneller wächst. Die Bohnen der anderen werden mit Rockmusik beschallt, damit sie langsamer wachsen.
Am Ende pflanze ich dann meine Riesenbohne, deren lateinischer Name im übrigen Phaseolus vulgaris ist, irwo auf dem Gelände der DEO und mache ein Schild dran: Die Schmidt Bohne. Damit die DEO immer was von mir hat. Das soll es erstmal wieder gewesen sein. Ich bin weiterhin optimistisch meinen Lauf auch in der nächsten Woche fortzusetzen zu können.