Made im Speck

Mal wieder mit Verspätung, aber keine so schlimme, wie ihr sonst von mir gewöhnt seid. Letztes Wochenende hatte ich einfach nicht das nötige Feeling zum Schreiben eines Eintrages. Dieses Wochenende lange Zeit auch nicht, aber nach einem sehr entspannten und schönen Tag heute dann schon.

Eigentlich wollte ich, wie schon im letzten Jahr versprochen, mal ein Fazit schreiben von meiner Zeit hier in Kairo und wie ich diese nach aktuellen Stand bewerten würde. Aber iwie fällt es mir gerade sehr schwer mir darüber Gedanken zu machen. Bin mir aber unsicher woran das liegt. Darum einfach ein paar Randomerzählungen heute.

Ich habe ja von meinem Countdownzähler berichtet, mit dem ich die Tage zähle, die ich noch an der DEO bin. Ich habe so ziemlich genau bei 100 Tagen begonnen. Mittlerweile steht da nur noch eine 56. Ich habe die Hälfte also schon fast hinter mir. Das ist vollkommen surreal für mich. Das ich nur noch einmal diese Zeit an der DEO habe. In dieser Zeit sind bereits die größten Bausteine mit dem schriftlichen Abitur und der Abschlussprüfung der 10er geschafft. Ich habe also nur noch eine mündliche Prüfung dieses Jahr und dann sind die großen Aufgaben alle geschafft.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich meine Zeit hier in Kairo dem Ende neigt, habe ich dieses lange Wochenende auch mal genutzt und angefangen Papier und Zeug wegzuwerfen, welches ich nicht mehr benötige. Dabei habe ich wieder festgestellt, wie viel Quatsch man so in der Zeit sammelt, den man eigentlich nicht braucht. Ich bin froh, dass ich jetzt einen Weg gefunden habe, um meinen Schulalltag digital zu organisieren, damit hoffe ich, zumindest deutlich weniger Papiermüll zu fabrizieren.

In Anbetracht der Tatsache meiner Rückreise, habe ich mir mittlerweile auch mal Gedanken gemacht, was ich wieder mit nach Deutschland nehmen möchte. Damit meine Mama mich nicht gleich nach einem Tag wieder rauswirft, weil ich zu viel mitgebracht habe. Nein ehrlich gesagt, bin ich der Meinung, dass ich zu viel besitze, was ich gar nicht benötige. Ich habe mir als Ziel Gesetz, dass ich neben meinen Rucksack nur mit zwei weiteren Gepäckstücken zurück nach Deutschland reisen möchte. Alles andere muss ich hier loswerden. Ich hoffe überflüssige Kleidung und ähnliches hier spenden zu können. Für andere Gegenstände haben vielleicht Kollegen einen Nutzen. Aber mal schauen. Vielleicht möchte mein Vermieter ja auch was übernehmen. Das wird auf alle Fälle nochmal sehr spannend. Aber iwie freue ich mich sogar darauf, mal wieder überflüssiges zu entfernen.

Als ich mal darüber nachgedacht habe, warum ich eigentlich so viel Zeug habe, ist mir aufgefallen wie dekadent ich in den ersten beiden Jahren gelebt habe. Also gerade in der ersten Zeit, wo es für mich neu war, dass ich viel mehr Geld bekomme, als ich eigentlich benötige, habe ich schon wie eine Made im Speck gelebt. Ich meine, mein gesamtes Studium hatte ich nicht wirklich viel Geld und auch als Referendar wird man ja nun nicht gerade fürstlich bezahlt. Also habe ich hier die ersten Monate schon sehr verschwenderisch gelebt.

Okay, dass soll es mal wieder gewesen sein. Auch wenn nicht wirklich was neues dabei war, hoffe ich es hat euch wahnsinnig viel Freude bereitet dieses Gedankenwirrwarr zu lesen. Nächste Woche wird es auf alle Fälle spannender. Großes Indianerehrenwort.

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