Die letzten Ferien vor den Sommerferien

Servus. Pünktlich zum Ferienbeginn melde ich mal wieder aus Ägypten. Diesmal schon vom Roten Meer aus Dahab. Ich habe in der letzten Woche als von einer Person, die ich schätze, das Feedback bekommen, dass das schöne an meinem Blog seine Natürlichkeit und die Nichtvorhandene Künstlichkeit ist. Darum habe ich mir gedacht, dass ich wieder einfach drauf los schreibe. Viel Spaß damit.

Aktuell befinde ich mich wie gesagt in meinem letzten längeren Urlaub in Ägypten bevor sich meine Zeit dem Ende neigt. Ich bin gerade in Dahab auf der Sinaihalbinsel und genieße das Wetter, den Meerblick, einen Käsekuchen und versuche zu verdrängen, dass ich schon einen Sonnenbrand nach 5 min Sonne habe. Aber ansonsten lässt es sich ganz gut aushalten. Gestern habe ich den ersten Teil meiner Kletterkurse, welche ich für den Urlaub gebucht habe, begonnen. Das war für mich das erste Mal, dass ich außerhalb der entspannten Boulderhalle klettere. Und ich muss es sagen, es hat schon ziemlich viel Spaß gemacht. Also klettern am Felsen ist was anderes als in einer Halle. Es ist an vielen Stellen herausfordernder, da man häufig erst richtige Griffe und Tritte finden muss, die ja in der Halle eindeutiger zu erkennen sind. Für mich kam natürlich auch noch die Höhe hinzu und die Notwendigkeit der Sicherung. Beim ersten Aufstieg war es dann doch schon ein ziemlicher Nervenkitzel. Gerade wenn man dran denkt, dass das eigene Leben von jemand anderen, den ich seit 5 Minuten kenne und meiner Fähigkeit einen Knoten zu binden abhängt. Das erschreckende, der Person habe ich mehr vertraut als meinem Knoten. Die Frage ist, was das über mich aussagt? Vielleicht einfach die Tatsache, dass jahrelanges Stolpern über Schnürsenkel einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Spannend ist neben den Klettern an sich, auch der Prozess der Sicherung der anderen Person. Nach einer sehr intensiven und komplett ausführlichen Einführung, wie so eine Sicherung abläuft (hat ungefähr 5 min gedauert), durfte ich auch gleich eine Person sichern. Rückblickend betrachtet, muss ich sagen, dass ich diese Taktik, des ins kalte Wasser werfen hier ein wenig gewöhnungsbedürftig finde. Bei mir ist in der Sicherung niemand wirklich gefallen, worüber ich sehr glücklich bin, denn ich glaube, ich wäre nicht zu 100% dafür bereit gewesen. Ich habe mir aber jetzt noch ein paar Videos angeschaut und denke, dass ich mich beim nächsten mal sicherer fühle.

Wir waren den ganzen Tag klettern in den Bergen des Sinai. Wir sind ungefähr 15 min von Dahab gefahren und waren dann mitten im nirgendwo. Es war so schön. Keine Menschen außer uns, kein Lärm, nichts. Es war ein total schönes Gefühl. Im Laufe des Tages wurden die Routen auf denen mich mein Führer geschickt hat immer anspruchsvoller. Bei den ersten Routen war es eher ein Kampf mit einem selbst und sich zu überwinden und selbst zu vertrauen. Das ist glaube auch einer der Dinge die mir beim bouldern schon aufgefallen sind, das ganze funktioniert nur wenn man sich vollständig vertraut. Die letzte Route war dann eine 6a oder 6a+ nach der Einschätzung meines Guide. Das wäre auch ungefähr der Schwierigkeitsgrad, den ich in der Halle beim Boulder schaffe. Also mit sehr vielen Wiederholungen und Übung. Als ich dann gesehen habe, wie selbst der Guide ordentlich zu tun hatte, da hoch zu kommen, war ich dann doch schon etwas skeptisch, gerade wenn ich seine Moves gesehen habe, die ich mir mit meiner Flexibilität, dann doch nur recht schwer vorstellen konnte. Um es kurz zu machen, ich habe gefühlt ne Stunde gebraucht, mit unzähligen Pausen und Fällen. Aber irgendwie bin ich oben angekommen. Fragt mich nicht wie, aber es hat geklappt. Auch wenn ich zwischendrin selbst nicht mehr zu 100% davon überzeugt war. Aber vielleicht sind meine Kletterseils gar nicht so schlecht. Dafür hatte ich dann heute schon nen angenehmen Muskelkater, als ich früh aufgewacht bin.

Das soll es mal wieder gewesen sein. Ich denke, ich werde mich in den nächsten Tagen mal wieder von hier melden. Dann vielleicht wieder mit einem Fazit von der Zeit in Kairo, das könnte vermutlich einer meiner persönlichsten Einträge werden. Aber mal schauen ob ich mich dazu überwinden kann. Morgen geht es erstmal für einen Eintagesausflug nach Jordanien ins Petra, worauf ich mich schon sehr freue.

Hinterlasse einen Kommentar