Hey ho, wie üblich später als angekündigt. Aber wie sagt man so schön, besser spät als nie. Mittlerweile bin ich in Kapstadt angekommen. Und bin in der Unterkunft für das erste Wochenende. Morgen geht es dann weiter zu der Unterkunft für die nächsten Wochen und Monate. Doch davon erzähle ich euch mehr beim nächsten Eintrag. Jetzt soll es gleich nochmal retroperspektiv werden. Jo ich weiß, krasses Wort.
Ich möchte diesen Beitrag nochmal nutzen, um meine Zeit in Kairo Revue passieren zu lassen (jo schon wieder so ein lässiges Wort). Jetzt fragt ihr euch sicherlich, warum schreibt der Trottel über sowas, wenn der gerade in Kapstadt angekommen ist. Antwort darauf: Ich möchte die Zeit in Kairo nochmal analysieren, mit etwas Abstand aber eben auch noch nicht unter dem Einfluss der neuen Eindrücke aus Südafrika und den anderen Ländern. Darum will ich diesen Beitrag schnell loswerden bevor das neue Abenteure so richtig beginnt. Ebenfalls habe ich das erste Fazit nicht nochmal gelesen, es kann also sein, dass sich einige Dinge doppeln oder eventuell sogar schon widersprechen. Falls sie sich widersprechen, dann liegt es nicht daran, dass ich schizophren bin, sondern das sich meine Sicht der Dinge ein wenig verändert habe.
Fangen wir mal mit ganz etwas ganz simplen an. Durch die Zeit in Kairo habe ich ja im Prinzip aufgehört aktiv Fußball zu spielen. Vor 10 Jahren wäre das noch unvorstellbar für mich gewesen. Mittlerweile bin ich aber wirklich glücklich darüber. Hatte ich doch schon länger keinen wirklichen Ehrgeiz mehr entwickeln können. Durch die Zeit in Kairo habe ich es geschafft mich für weitere Sportarten zu begeistern. Zum Einen habe ich es in Kairo geschafft mit Laufen als Ausdauersport zu beginnen. Und in den Sommerferien dann auch das Radfahren mal ein wenig aktiver zu betreiben, als nur zum nächsten Supermarkt zu fahren. Hinzukommt noch das Klettern oder Boulder, was mir aktuell sehr viel Spaß macht. Hier in Kapstadt habe ich das Ziel den Tafelberg hochzuklettern und vielleicht noch den einen oder anderen Gipfel. Das wird sicherlich ein Erlebnis. Weiterhin habe ich dann über das Klettern zum Yoga gefunden. Dadurch habe ich dann die Probleme mit dem Kreuzbandknie endlich mal beseitigen können. Also aus dieser Perspektive war Kairo ein voller Erfolg.
Kommen wir mal zu der beruflichen Betrachtung der Zeit in Kairo. Auch wenn man, aufgrund meiner jetzigen Beschäftigung, es nicht wirklich erahnen kann, bin ich glücklich in Kairo gearbeitet zu haben. Es gab eben viele Dinge, die mich als Lehrer echt voran gebracht haben, das unvermitteltere Feedback der Schüler, die weitesgehende Freiheit in nahezu allen Entscheidungen und ich glaube auch die Corona-Zeit mit dem Onlineunterricht war sehr lehrreich. Bezüglich des letzten Punktes, eben gerade weil wir als Privatschule sehr autonom waren und wir dadurch sehr viel allein entscheiden konnten, wie wir es am besten machen. Dadurch war natürlich viel möglich. Auch der Übergang zum regulären Unterricht war dadurch sehr gut für mich. Da man nun die Medien leicht in den normalen Unterricht integrieren konnte. Auch hatte ich immer Spaß als Lehrer zu arbeiten, also zumindest meistens, wenn die SchüerInnen nicht zu nervig waren. Eine Frage, die noch offen ist, werde ich auch in Zukunft als Lehrer arbeiten? Darauf kann ich noch keine endgültige Antwort geben. Das einzige was ich sagen kann, ich vermisse es aktuell schon ein wenig. Aber mal schauen, ob es auch so bleibt oder ob es einfach wie bei Schokolade ist, dass man nur kurz nach dem Essen so unfassbar viel Lust auf ein weiteres Stück hat. Ich werde es sehen. Ihr werdet es natürlich lesen.
Bleibt vielleicht noch die persönliche Ebene. Diese Frage ist natürlich auch jetzt noch unfassbar schwer zu beantworten. Ich würde es mal so beantworten, ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein, aber ich bin auch froh darüber zur richtigen Zeit gesagt zu haben, dass es reicht. Ich glaube, die Zeit in Kairo hat mich schon unfassbar in vielerlei Hinsicht geprägt. Die neue Erfahrung in einer vollkommen chaotischen Stadt kann ja auch nicht einfach so vorbeigehen, glaube ich. Darum bin ich echt froh, damals den Schritt gewagt zu haben. Aber trotzdem muss ich auch sagen, dass ich echt froh bin nicht mehr in Kairo zu sein. Also wenn ich mir vorstelle morgen ins nächste Schuljahr starten zu müssen in Kairo, dann würde ich zu 100% immer Kapstadt wählen anstelle von Kairo.
Also summa summarum (schon wieder sowas krasses, heute werfe ich nur so um mich mit krassen Worten) bin ich sehr glücklich wie die Zeit in Kairo gelaufen ist. Ich hoffe, dass es auch mit mehr Abstand immer noch so ist. Und ich bin gespannt, wie ich über diesen Beitrag nachdenke, wenn ich diesen Eintrag dann in ein paar Jahren nochmal lese.
Soooo, das soll es mal wieder gewesen sein. In den nächsten Tagen werde ich sicherlich den ersten Eintrag über Kapstadt schreiben, also freut euch schon mal. Und eventuell erzähle ich euch dann auch von meiner nächsten absolut genialen Idee. Diese wird euch absolut vom Hocker hauen. Ich verspreche es euch. Also bis now now, wie der Südafrikaner sagen würde.