Moin aus Südafrika. Wie versprochen melde ich mal wieder aus Südafrika. Die ersten beiden Wochen sind nun vorbei. Ich habe nun mittlerweile einen gewissen Rhythmus für die Tage hier entwickelt und mich ein wenig eingelebt, auch wenn noch vieles neu ist und ich noch ein paar Dinge vorhabe. In diesem Blogeintrag heute, möchte ich ein wenig meinen Arbeitsort vorstellen: die Idee der Organisation, die Anlage an sich und natürlich was ich hier so mache. Also Feuer Frei und viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, ihr könnt ein wenig was lernen.
Der Eintrag hier dient auch ein wenig zur Vorbereitung auf meine nächste Aufgabe auf der Farm, für die ich aber noch einen Test bestehen muss. Eine meiner nächsten Aufgaben ist es, eine Tour über das Gelände zu geben. Der Vorteil in meinem Blogeintrag ist es, dass ich es auf Deutsch erledigen kann, die Tour muss ich dann auf Englisch abhalten. Aber man wählt ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.
Cheetah Outreach hat es sich zum Ziel gesetzt, die Population der freilebenden Geparden in ungeschützten Gebieten zu sichern bzw. zu vergrößern. Warum ist es das so wichtig? Naja in den letzten 100 Jahren ist die weltweite Population von Geparden von geschätzten 100000 auf nur noch etwa 6500 gesunken. Davon leben etwa 1300 in Südafrika. Von diesen sind ungefähr 500 Geparden in freien Gebieten und nicht in geschützten Nationalparks. Und der Schutz dieser ist das große Ziel. Bevor ich erkläre mit welchen beiden Projekten der Schutz gewährleistet werden soll, möchte ich kurz darauf eingehen, was die Gründe für den massiven Rückgang der Gepardenpopulation ist. Zum einen ist es der Verlust von Lebensraum. Geparden haben ein sehr weitläufigen Lebensraum und durch die zunehmende Bevölkerung und der damit verbundenen Zunahme an Viehwirtschaften. Des Weiteren der illegale Handel oder die Jagt auf Geparden. Dann der Verlust von natürlicher Nahrung und der damit verbundenen Jagd auf Nutztiere, wodurch die Landwirte sich gezwungen sehen, Fallen auszulegen. Und schlussendlich die natürlichen Feinde der Geparden in der Nahrungshierarchie. All dies hat zu der starken Abnahme im letzten Jahrhundert geführt.
So was unternimmt nun Cheetah Outreach um diesen Rückgang zu stoppen und diese Tierart vor dem Aussterben zu schützen? Zum Einen versucht die Organisation durch diese Gepardenfarm auf der ich bin, auf die Problematik aufmerksam zu machen, die Menschen und besonders SchülerInnen aufzuklären und mit Hilfe Ambassador-katzen das zweite Projekt zu finanzieren. Dieses besteht aus der Zucht des Anatolischen Schäferhundes. Jetzt fragt ihr euch sicher wie die Zucht einer Hunderasse zum Erhalt von Geparden führt. Tjaaaa, das verrate ich euch das nächste Mal 😀
Nein, die Antwort ist folgende. In einer anderen Anlage nahe der nördlichen Grenze werden die Hunde gezüchtet. Diese Hunde werden an Farmer verteilt. Diese Hunde sind nämlich zum Schutz der Herden der Farmer zuständig und aufgrund ihres Charakters machen das diese Hunde perfekt, da sie einen sehr großen Beschützerinstinkt besitzen. Farmer, die von der Organisation Hunde bekommen verpflichten sich dann, auf Fallen oder Gift auszulegen zu verzichten, um die Geparden zu töten, die Jagd auf die Nutztiere machen, da sie keine andere Nahrung haben und auch keinen anderen Lebensraum. Dabei übernimmt Cheetah Outreach sogar die Finanzierung der Hunde im ersten Lebensjahr. Die Geparden sehen nämlich den Hund und verbinden diesen mit der Anwesenheit mit Menschen. Da Geparden konfliktscheue Tiere sind, da sie Verletzungen meiden müssen, da sie sonst eventuell an Speed einbüßen könnten, was zu ihrem Tod führen kann, greifen sie die Nutztierherden nicht mehr weiter an. Dieses Programm ist für die Farmer von unfassbaren Erfolg, gestartet im Jahr 2005 haben die Farmer einen Rückgang von 95% bis 100% an Nutztierverlust verzeichnet. Also sind die Farmer glücklich und die Geparden werden geschützt da die Farmer nun nicht mehr Jagd auf sie machen. Und zusätzlich werden so auch andere Tiere wie Caracals, Servals oder Jackals geschützt. Also ist es im Prinzip eine Win-Win Situation für alle Beteiligten.
So das ist so die Grundlegende Idee der Oganisation. Ich bin also auf der Farm, die zur Aufklärung der Menschen dient. Im Tiergehege gibt es insgesamt 8 Tierarten, wenn ich jetzt keins vergessen habe. Ich werde in den nächsten Wochen euch mal alle Tiere vorstellen und ein wenig was zu jedem einzelnen erzählen. Damit bekommt ihr dann eben eine digitale Tour durch unsere Anlage. Die tägliche Arbeit besteht somit hauptsächlich aus der Fürsorge der Tiere und der Öffentlichkeitsarbeit. Dabei geht es darum, die Tiere mit Nahrung und Wasser zu versorgen, die Gehege sauber zu halten (euphemistisch für Kacka suchen), die Tiere zu bewegen, Gäste durch das Gelände führen, Souvenirs zu verkaufen und natürlich die Begegnungen mit der Gäste und den Geparden abzusichern. Da ich ja noch relativ neu bin, muss ich noch viele der Tätigkeiten trainieren, wie unter anderem das Durchführen einer Tour, worauf ich mich schon freue, es ist ja fast wie unterrichten. Nur eben ohne Zahlen und auf englisch. Aber ansonsten fast das Gleiche.
Ich werde euch in den nächsten Tagen oder Wochen mal auf einen typischen Arbeitstag mitnehmen, damit ihr einen Einblick bekommt, wie das hier so ausseht. Also ist da ganz viel Potential für viele weitere Einträge. Zum Abschluss eine kleine Geschichte zum lachen: Gestern war es meine Aufgabe die mittleren Schildkröten wieder in ihr Schlafgehege zu bringen. Diese habe ich in der Hand getragen, in jeder Hand eine Schildkröte. Sie sind so leicht und klein, dass dies eigentlich wunderbar geht. Nur manchmal strampeln sie ein wenig, vermutlich weil es ihnen zu schnell geht. Auf alle Fälle habe ich gestern zwei getragen. Und auf einmal merke ich, wie meine Hose nass ist, was komisch war, denn es war sonnig. Da schaue ich runter und sehe, dass die linke Schildkröte gerade Pipi macht. Mein Kollege hat sich sehr über meinen Anblick amüsert. Und als ich dachte, es geht nicht schlimmer, hat auch noch die Schildkröte in der rechten angefangen ihr kleines Geschäft zu verrichten. Vermutlich, wollte sie der anderen zeigen, was du kannst, kann ich auch. Oder eventuell haben sie sich vorher abgesprochen. Vielleicht bin ich einer kleinen Schildkrötenverschwörung auf der Spur.
Sooo, da es schon wieder viel zu viel ist, mache ich erstmal Schluss. Freut euch schon mal auf weitere Einträge. Ich hoffe, ich konnte euch mit dem Beitrag auch wenig die Bedeutung zum Schutz von Geparden deutlich machen können. Als bis demnächst.