Erkenntnisse der ersten Wochen

Hey Ho hier melde ich mal wieder und gefühlt wird aus der Sägezahnkurve meiner Blogdichte langsam ein gewisses Plateau, zumindest ist eine gewisse Regelmäßigkeit erkennbar. Aber damit ist auch den bisher vorhandenen Spikes, in der Anzahl der Klicks, auch eher ein Plateau geworden. Aber ein Plateau, das man wohl eher als ein tiefes Tal bezeichnen kann. Ich möchte diesen Eintrag nutzen, um meine ersten Eindrücke aus Kapstadt beziehungsweise aus Strand zusammenzufassen. Also los gehts:

Mittlerweile bin ich so ziemlich genau 3 Wochen hier. Ein Großteil meiner Zeit habe ich natürlich auf der Farm verbracht, aber ich habe auch probiert einen Eindruck in das Leben hier zu gewinnen. Was immer noch sehr gewöhnungsbedürftig ist, sind die Sicherheitsvorkehrungen hier. Also um beispielsweise in meine Wohnung zu kommen, benötige ich 4 Schlüssel. Alle Türen sind hier nahezu doppelt gesichert. Auch wenn man mit dem Fahrrad oder dem Auto durch die Gegend fährt, sieht man bei jedem Haus Mauern mit Stacheldraht. Am Kreisverkehr vor meinem Haus sind eigentlich zu jeder Tageszeit Sicherheitskräfte da. Aber ich bleibe bei meinem Statement von einem vorherigen Post, es fühlt sich bisher für mich nicht wirklich gefährlich an. Aber Leute von Arbeit meinten schon, dass es Gegenden gibt, wenn ich diese betreten würde, dass ich da ganz schnell Probleme bekommen würde, die dazu führen würden, dass ich mir um nichts mehr Gedanken machen muss. Da ich es nicht mehr kann. 

Eine der Dinge an die mich auch noch nicht ist gewöhnt habe ist der Verkehr. Nicht weil er so chaotisch wie in Ägypten ist, sondern weil er verkehrtherum ist. Also die Autos fahren schon nach vorn, nur eben auf der anderen Seite. Sprich, so wie in England. Das ist total merkwürdig. Speziell wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, ist es manchmal sehr verwirrend. Aber bisher habe ich es geschafft mich ohne Unfall zu bewegen. Auch wenn ich joggen bin, ist mir aufgefallen dass die Menschen auf der anderen Seite rennen. Ist eine total komische Sache. 

Eine weitere Sache, an die ich mich erst gewöhnen muss oder besser eine Sache, die ich erst in dieser Woche so wirklich realisiert habe. Die Sonne bewegt sich falsch. In Deutschland bewegt sich die Sonne ja von Ost über Süden nach Westen. Hier, auf der Südhalbkugel, bewegt sich die Sonne von Ost über Norden nach Westen. Was natürlich total logisch ist, wenn man drüber nachdenkt, aber trotzdem ist es merkwürdig dies zusehen. Weiterhin möchte ich mal mit einem Mythos aufräumen, der so in Physikerkreisen kursiert. Der besteht darin, dass sich Wasser aufgrund der Corioliskraft auf der Nord- und Südhalbkugel in verschiedenen Richtungen drehen. Ich habe es getestet, es ist Quatsch. Es gibt auch eine Studie, zu diesem Phänomen, die auch aussagt, dass die Corioliskraft viel zu gering ist, um darauf Einfluss zu haben. So damit habe ich jetzt den Bildungsauftrag für diesen Eintrag abgeschlossen. 

Die Arbeit läuft ziemlich gut. Langsam gewöhnt man sich an die Aufgaben, die so anfallen und nicht alles ist mehr neu. Und es immer schon cool, etwas zu machen und dann einen halben Meter neben sich einen Cheetah zu sehen. Heute habe ich auch dann mein Tour-Assessment bestanden, was bedeutet, dass ich ab sofort Gäste über das Gelände führen darf. Als wenn jemand von euch mal Lust vorbeizukommen, dass verlangt nach mir, als euren Tourguide. Die größte Herausforderung war die Tatsache, dass die Tour in Englisch ist. Aber mittlerweile ist, dass die Herausforderung Englisch sehr am sinken. Apropos Englisch: Erinnert sich jemand an die listening comprehension im Englischunterricht früher? Also da wo sich ein Inder und ein Waliser am Londoner Bahnhof zu Rushhour unterhalten haben? Und man sich gefragt hat, wofür braucht man das jemals? Antwort: Wenn man auf einer Gepardenfarm mit Baustellengeräuschen oder Wind versucht über das Walkie-Talkie Südafrikaner zu verstehen. Hätte ich doch früher lieber zugehört, statt die Logik hinter den Kreuzen zu finden. 

Als letztes möchte ich noch von einem kleinen Abenteuer erzählen, okay vielleicht ist es auch ein großes. Kommt ganz auf den Betrachtungswinkel an. Und zwar habe ich nach Südafrika noch drei freie Wochen gehabt und habe überlegt, was ich in dieser Zeit machen möchte. Nach langer Überlegung, habe ich auch dafür ein Projekt gefunden. Diesmal wird es sehr sportlich. Den ich werde nach Tansania reisen. Dort werde ich dann den Kilimanjaro besteigen, einfach damit ich dann mit voller Stolz meinen Kilimanjaro-Hoodie tragen kann. Die ganze Tour wird 8 Tage dauern. Ich bin schon unfassbar aufgeregt, wie gut ich mich bei dieser Herausforderung schlagen werde. Aber ich bin mir sicher, dass es ein einmaliges Erlebnis wird. 

So das soll es mal wieder gewesen sein, demnächst werde ich ein weniger mehr über die Arbeit von Cheetah Outreach und meiner Arbeit auf der Farm erzählen. Ich hoffe, euch hat der Beitrag gefallen und ich hoffe ihr werdet auch den nächsten Beitrag lesen. 

Hinterlasse einen Kommentar