Loadshedding and Poo Rounds

Moin, ich melde mich mal wieder aus Südafrika. Mittlerweile stellt sich wirklich eine gewisse Regelmäßigkeit in meiner Beitragsdichte ein. Es gibt aber auch so viele Dinge im Moment, über die ich gern schreiben möchte. Ganz anders als sonst. Dieses Mal soll es um eine südafrikanische Besonderheit gehen und meinem neu hinzugewonnenen Nervenkitzel am frühen Morgen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. 

Etwas was in den letzten beiden Wochen hier in Südafrika sehr anstrengend ist, ist das sogenannte Loadshedding. Kurz um bedeutet es, dass immer mal wieder der Strom abgestellt wird, um das Netz nicht zu überlasten. Anscheinend ist hier der Bedarf an elektrischer Energie sehr nah an dem Wert dran, den die Kraftwerke ins Netz speisen können. Und um keine Überforderung des Netzes zu provozieren, wird der Strom in verschiedenen Gebieten Südafrikas immer wieder abgestellt, so dass es zu keiner Überlastung kommt. Das ganze ist gut strukturiert mit einer App und einem Stufensystem, welches angibt, wie hoch die Überlastung ist. Wir befinden uns aktuell auf der Stufe 6. Es gibt insgesamt 8 Stufen, wobei Stufe 8 das schlimmste ist. Ich habe auch gerade gelesen, dass es gestern nahezu Stufe 7 war. Der Rekord an Stomausfall beträgt aktuell 8,5 Stunden an einem Tag. Und obwohl die Hilfe durch die App nicht schlecht ist, zumindestens weiß man dann, wenn man im Dunkeln sitzt, ist es teilweise schon sehr nervig. Manchmal ändert sich die Stufe über Nacht oder sehr kurzfristig und man hat früh nach dem Aufstehen einfach keinen Strom. Oder es ändert sich im Laufe des Tages dergestalt, dass wenn man nach Hause kommt keinen Strom hat und sich nichts kochen kann oder eben warten muss, bis Strom wieder da ist. Aber naja, die 4 Jahre in Kairo haben mich ja auf sowas vorbereitet. Und in der Zeit des Loadshedding ist das Internet dann auch meistens überlastet. Also in ungefähr so wie auf dem deutschen Land.

Aber weg von nervigen Dingen, hinzu den tollen und den besonderen Dingen: Ich darf nun Poo-Rounds machen bei den Geparden. An meine LeserInnen die kein Englisch sprechen: das sind Kacka-Runden. Jetzt steht natürlich die Frage im Raum, wie das etwas tolles sein kann. Naja das besondere ist, dass die Geparden sich dann auch noch im Gehege befinden. Und nicht an einer Leine oder so, sondern sie bewegen sich frei. Meistens beginnt es damit, dass die Geparden gefüttert werden. Doch meistens sind diese dann eher fertig, als ich damit Kacka zu suchen, aufzusammeln und zu reinigen bzw. desinfizieren. Und dann laufen die eben schon im Gehege rum und manchmal auch recht nah an einem vorbei. Heute ist der eine einfach mal 10 cm an mir vorbei gelaufen. Und einer andere war neben mir, als ich auf einer Plattform stand und hat mich beobachtet. Der Nervenkitzel ist dann schon gut vorhanden, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass nichts passiert. Trotzdem fühlt es sich schon ein wenig wie Achterbahn an. Nur iwie anders und cooler. Mittlerweile bin ich nun auch in der Ausbildung zum Betreuen von Gästen während diese ins Gehege zu den Geparden gehen. Aktuell spiele ich da den Fotograf und darf dann immer viele Photos knipsen, was teilweise auch bedeutet, dass ich unmittelbar vor dem Geparden knien muss. Auch das fühlt sich sehr gewöhnungsbedürftig an sich vor einem „wilden“ Tier hinzuknien. Aber es macht unheimlich Spaß so viel Zeit in den Gehegen zu verbringen. 

So das soll es erstmal wieder sein. Zum Abschluss möchte ich meinem Opa noch zum morgigen Geburtstag gratulieren. Alles Gute, Opa. Du bekommst natürlich noch ausführlichere Geburtstagswünsche. Dann bis bald, mal schauen, worüber ich als nächstes schreiben möchte. Vielleicht stelle ich euch das nächste Mal ein Tier vor, welches wir noch so in der Anlage haben. Bye Bye.

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