Moin Moin aus Südafrika. Nachdem ich heute festgestellt habe, dass ich mich mal wieder 10 Tage nicht gemeldet habe, habe ich mich entschlossen, meinen freien Tag wieder diesem Blog zu widmen und meinen Bildungsauftrag in Tierkunde zu erfüllen. Dabei werde ich euch eines der Tiere vorstellen, welches im Tiergehege lebt: Grace.

Grace ist unsere Karakalkatze. Sie ist 6 Jahre alt und damit schon eine erwachsene Katze. Karakals sind relativ leicht zu erkennen (siehe Fotos): Sie haben längere Hinterbeine als Vorderbeine, sie sind sehr robust gebaute Energiebündel und sie haben kleine Pinsel an den Ohren, wodurch sie unfassbar cool und schön aussehen. Das Wort Karakal kommt aus dem türkischen und bedeutet so viel wie Schwarzohr. Verwandt sind die Karakals mit den Luchsen. Im Allgemeinen findet man sie in weiten Teilen Afrikas und Asiens, denn sie bevorzugen trockene Gebiete wie Graslandschaften oder Savannen. Sie waren einmal bis nach Indien verbreitet. Einen Hotspot findet man aber bei mir hier in Südafrika. Es sind auch welche in der Region des Tablemountain zu finden.
Karakals leben als Einzelgänger, sowohl die Männchen als auch die Weibchen. Es gibt Studien, die zeigen das die Männchen dabei größere Territorien für sich beanspruchen, die sich aber mit anderen, insbesondere weiblichen, Karakals überlappen. Weibliche Gebiete überlagern sich hingegen nicht mit anderen weiblichen Karakalgebieten. Und nur während der Paarungszeit und Zeit der Aufzucht erdulden sie Artgenossen. In Gefangenschaft können Karakal bis zu 19 Jahre alt werden. In der Wildnis kürzer, da sie da verschiedenen Feinden ausgesetzt sind, wie Löwen oder Leoparden.

Das besondere an Karakalkatzen sind zum einen die lustigen Ohren, diese besitzen jeweils über 20 Muskeln. Die Katzen nutzen diese vermutlich zur Kommunikation mit anderen Katzen, wobei da die Forschungslage noch nicht sehr ausführlich ist. Weiterhin sind die Karakals sehr gute Springer. Sie können aus einer sitzenden Position bis zu 3 m hoch springen, wenn sie wollen. Es wurden aber schon Sprünge mit bis zu 5 m gesehen. Dabei fangen sie dann Vögel aus der Luft, die zu ihrer Nahrung gehören. Weiterhin jagen sie Nagetiere oder andere kleine Säugetiere, die sie zu fassen bekommen. Auch schrecken Karakals nicht vor größerer Beute zurück. Aufgrund ihres starken Gebisses und Zähne können sie Beute erlegen, welche bis zu 60 kg wiegt, was dem 4-fachen ihres Körpergewichts entspricht. Würden wir Menschen solche Superkräfte besitzen, dann könnten wir einen Gorilla erlegen. Halte ich persönlich für eine schwierige Angelegenheit. Spannend ist auch die Färbung um ihre Augen: weiß und schwarz. Das Schwarz dient zur Absorption von Sonnenlicht, falls am Tag gejagt werden muss, das Weiß zur Reflexion von Licht wenn in der Nacht gejagt werden muss. Primär jagt der Karakal aber in der Nacht.
Grace zieht natürlich viele Augen auf sich, da sie wirklich sehr schön ist und ihr Fell auch sehr weich. Wenn man am Morgen auf das Gelände kommt und an ihrem Gehege vorbeikommt faucht sie einen meistens an, mutmaßlich weil sie hungrig ist und auf ihr Essen wartet. Wenn sie gefüttert wurde und einen Spaziergang auf dem Gelände machen darf, besucht sie gern viele verschiedene Orte, aber besonders mag sie unseren Shop. Dort verbringt sie manchmal bis zu 15 Minuten.
Soooo, das soll der erste Post zu einem unseren Tiere gewesen sein. Ich hoffe es hat euch gefallen, denn es werden noch mehr folgen, wie immer in unregelmäßigen Abständen. Wenn ihr einen Karakal mal sehen wollt, dann geht in den Zoo Dresden. Dresden war auch der erste Zoo weltweit, der einen Karakal gepflegt hat im Jahr 1937.