Der Taxi War

Moin Moin. Mal wieder melde ich mich in meiner neugewonnen Regelmäßigkeit. Diesmal soll es mal wieder um Südafrika gehen und das Leben hier. So wie der Tatsache, des sogenannten Taxi Wars. Darum macht euch bereit für diese wundervollen Eintrag. 

Da ich mich ja auf der Südhalbkugel befinde sind logischerweise die Jahreszeiten vertauscht. Demzufolge ist bei mir gerade der Start des Frühlings beziehungsweise befinden wir uns schon im Frühling. Dieser ist schon ordentlich warm, muss ich sagen. Auch wenn laut Wetterbericht nur um die 20 bis 23 Grad sind, fühlt es sich viel wärmer an. Durch die Tatsache, dass die Arbeit auch zu 95% draußen stattfindet, muss ich auch schon ziemlich aufpassen, dass ich meinem Sternzeichen nicht alt zu ähnlich sehe am Ende eines Tages. Aber ist natürlich schon sehr angenehm für mich und meinem Outdoordrang, so viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen.

Worüber ich heute mal berichten wollte ist der sogenannte Taxi War hier in Kapstadt. Bisher habe ich davon noch nie gehört und hätte es vielleicht auch nie. Aber vor zwei Tagen kamen meine beiden Mitbewohnerinnen nach Hause, nachdem sie ihren freien Tag in Kapstadt verbracht hatten und berichteten, dass sie während sie einer kleinen Mall oder so einkaufen waren, evakuiert wurden, weil es irwo in der Nähe Schüsse gab. Erst wurden sie ins Lager des Supermarktes und dann aus dem ganzen Geschäft gebracht. In Gesprächen wurden ihnen dann gesagt, dass es sich bestimmt um Taxifahrer handelt. Dies hat mich dann natürlich neugierig gemacht, da ich gern wissen wollte, was es sich damit auf sich hat. 

Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass beispielsweise zwischen Januar 2021 und Juli 2021 insgesamt 83 Taxifahrer getötet wurden. Unter Taxifahrer versteht man hierbei Minibusfahrer, die sehr ähnlich zu den ägyptischen Minibussen sind. Also Kleinbusse sind, die in Deutschland vielleicht 8 Personen transportieren können, hier und in Ägypten eine unbestimmte größere Menge. Nun die große Frage, was es sich damit auf sich hat. Zu 100% habe ich es auch noch nicht verstanden, also falls ich etwas falsche weitergebe, fühlt euch frei es mir mitzuteilen und ich werde es korrigieren. Der Konflikt geht zurück bis in die 80iger Jahre. In diesem Zeitraum wurde der Minibussektor durch die Regierung freigeben und absolut nicht kontrolliert oder durch Gesetze reguliert. Damit entwickelte sich eine eine eigenständige Szene, die Ähnlichkeiten zu amerikanischen Gangs hat. Und es war ein sehr lukratives Geschäft, da ähnlich wie in Ägypten viele Menschen auf dieses billige Transportmittel angewiesen sind. Am Ende ergaben sich zwei große Unternehmen oder Minibusbetreiber. Diese konkurrieren natürlich um Einfluss. Besonders eine bestimmte Route stand im Mittelpunkt der Schießereien, da diese sehr lukrativ ist. Nach Juli 2021 wurde diese Route dann auch für alle Minibusse gesperrt. Auch stand die Drohung im Raum, dass die Minibusse gar nicht mehr operieren können. Soweit wie ich es verstanden habe, sind die Schießereien über Territorien beziehungswache auch wegen Rache. Warum dies in Schießereien ausartet und es teilweise auch zu verschieden Anschlägen gekommen ist, scheint mir noch ein wenig schleierhaft. Aber vielleicht kann ich in meiner Zeit hier, darüber noch etwas in Erfahrung bringen. 

Heute scheint der letzte Tage des Loadshedding zu sein. Und mit diesem ist dann die längste Phase von Loadshedding die Südafrika je erlebt hat, geschafft. Unter Loadshedding versteht man das bewusste abstellen von elektrischer Energie in bestimmten Teilen des Landes, da weniger Energie vorhanden ist, als verbraucht wird. Begonnen hatte das Loadshedding am achten September. Demzufolge war es seit einem Monat üblich dass mindestens einmal am Tag der Strom für bis zu 2 Stunden nicht da war. Am Maximum sogar bis zu dreimal am Tag. Und ich habe es alles miterlebt. 

So das soll es mal wieder gewesen sein. Ich melde mich, bestimmt demnächst mal wieder. Dann wieder mal mit einem Eintrag über Cheetah Outreach oder meinem Kili-Projekt. Also bis bald.

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