Hey Ho. In guter alter Manier habe ich mal wieder etwas versprochen und bin dann für ein paar Wochen untergetaucht. Darum gibt es heute einfach eine kleine Zusammenfassung von meinen letzten Wochen und Tagen hier in Südafrika, mal schauen was mir alles so einfällt wovon ich euch erzählen kann. Also freut sich auf diesen vermutlich total zusammenhangslosen Eintrag.
Fangen wir mit Arbeit oder besser meinem Freiwilligenprojekt an. War es in den ersten Tagen und Wochen noch so, dass die Zeit manchmal nur sehr langsam vergeht, dann ist es nun das komplette Gegenteil, die Zeit auf Arbeit verfliegt regelrecht. Die Arbeit macht dementsprechend auch echt viel Spaß und es wird eigentlich nie langweilig. Auch habe ich Kollegen gefunden, mit denen es wirklich super viel Spaß macht, gemeinsam zu arbeiten. In der Zwischenzeit habe ich es jetzt auch zu einem sogenannten Backhandler geschafft, was bedeutet, dass ich dafür ausgebildet bin Gäste in ein Gehege mit einem Geparden zu führen. Solche Encounter gehen in der Regel 5 bis 10 min und sind mit einer Streicheleinheit und einem Foto verbunden. Ansonsten macht die Arbeit mit den Schildkröten immer noch am meisten Spaß. Ich bringe mittlerweile immer eine Karotte für die Boys und Girls mit, die ich Ihnen dann im Laufe des Tages aus der Hand verfüttere. Und auch wenn man es nicht glaubt, der Biss einer Schildkröte schmerzt schon ordentlich. Aber immerhin essen sie nun schon alles aus meiner Hand und folgen mir sogar manchmal, zumindest so lange wie ich was zu essen habe.
Mittlerweile ist schon meine letze Woche hier in Südafrika angebrochen. Das kommt mir immer noch nicht wirklich so vor, als ob ich nun wirklich schon fast 3 Monate hier war. Aber im Großen und Ganzen war es wirklich eine sehr schöne Zeit und hat unfassbar viel Spaß gemacht und ich bereue es überhaupt nicht, dieses Projekt angetreten zu haben. Ich meine, wer kann schon von sich behaupten, dass er jeden Tag einen Geparden streicheln kann? Aber ich freue mich auch furchtbar auf das was als nächstes kommt. Also zum Einen auf mein Kilimanjaroprojekt und zum Anderen genauso auf die Zeit mit meinen Bruder in der USA. Damit auch verbunden auch mal ein wenig Zeit ohne Arbeit. Darum geht es mir eigentlich ganz gut im Moment, auch wenn ich einige meiner Kollegen schon echt lieb gewonnen habe.
Hier noch ein paar kleine Anekdoten von Arbeit: An einem Tag war ich auf Poo Rounds. Geparden machen ihr Geschäft meistens auf Plattformen, darum muss man dann immer hochklettern und die Kacka einsammeln. Als ich damit fertig war, wollte ich wieder runter von der Plattform und während ich die Bewegung starte, höre ich schon das unschöne Geräusch, aber es war zu spät: die Hose war auf der Rückseite gut eingerissen, da ich an einer Schraube hängengeblieben bin. Ich durfte nun also den ganzen Tag mit einer gerissenen Hose arbeiten. Zum einen sorgte dies für eine gute Durchlüftung, aber zum anderen gewährte es auch viele Einblicke. Aber allein den Gästen erzählen zu können: Sie sollten den Geparden erstmal sehen, der dafür verantwortlich war, dafür hat es sich fast gelohnt. Andere Anekdote: Letztes Wochenende waren wir mit einem unseren Geparden bei einer Hochzeit. Also zwischen Menschen, nicht Geparden. Unser Romeo durfte dann vom Brautpaar und einigen Gästen gestreichelt werden. Es war total faszinierend zu sehen, wie entspannt der Gepard mit dieser Situation umgeht. Ganz besonderes wie sehr er die Autofahrt genoßen hat und fröhlich aus dem Fenster geschaut hat.
Wie bereits erwähnt, werde ich in 7 Tagen in Tansania landen. Und dann meine Kilimanjaro Besteigung starten. Mittlerweile bin ich furchtbar aufgeregt. Einfach auch weil ich sehr gespannt bin wie das alles wird. Auch habe ich es nun bewältigt, fast alles einzukaufen, was man so braucht. Und es gibt eigentlich nur zwei Optionen: entweder habe ich viel zu warm geplant oder ich werde erfrieren. Aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass ich alles besorgt habe was man so braucht. Aber vermutlich wird mir dann auf dem Berg einfallen, was noch super gewesen wäre. Und ich hatte auch sehr viel Glück, einen Second-Hand-Laden zu finden, wo ich eine Polarjacke (wird normalerweise für Expeditionen zum Südpol genutzt) und eine super warme Hose zu finden. Und das für einen Preis der unschlagbar war. Also hoffe ich, dass ich nicht als Eiszapfen auf dem Kilimanjaro ende. Ich habe mir auch schon überlegt, wie ich euch am besten an meinem Abenteuer teilhaben lassen kann. Aber das werde ich euch nächste Woche erklären.
Ich habe nun auch schon zwei Testläufe absolviert. Einmal war ich auf dem Tablemountain, was aber mehr ein Klettertrip war als eine Wanderung. Aber ich bin mit ein paar Kollegen auch auf dem Hardenberg gewandert, der auch über 1000 m hoch ist. Beide Testläufe sind auch zu meiner Zufriedenheit verlaufen. Wobei natürlich die Klettertour am Tafelberg schon sehr speziell war. Um den Gipfel zu erreichen mussten wir 5 Routen klettern und zwischendurch ein wenig wandern. Die Kletterrouten waren schon recht herausfordernd. Haben jedoch auch sehr viel Spaß gemacht. Und ich habe festgestellt, dass ich mich mittlerweile viel wohler fühle am Berg als noch im Vergleich zu meinen ersten Outdoor-Klettererfahrung im Sinai. Diesmal war es ja auch so, dass wir immer weiter geklettert sind, so dass man am Ende dann in 800 – 1000 m Höhe am Berg ist und gerade auf kleinen Fußtritte steht und mit den Finger an allem festhält, was greifbar ist und nur gesichert ist, durch ein dünnes Teil. Aber hinter sich den Ozean zu sehen, ist schon eine ziemlich spannende und eindrucksvolle Atmosphäre. Am Ende habe ich es geschafft und das auch mit echt angenehmen Gefühl, gerade hintenraus, auch wenn es die schwerste Route war, hat es mega Spaße gemacht. Leider gab es am Gipfel nicht den erwarten Applaus und Jubelstürme. Aber vielleicht ist auch einfach nur merkwürdig wenn da zwei Typen aus dem Nichts hochgeklettert kommen.
So das soll es mal wieder gewesen sein. Ich werde mich auf alle Fälle nächste Woche wieder melden. Großes Indianer Ehrenwort. Also bis dann 🙂