Berg heil, ihr Leichtmatrosen. Ich befinde mich in Tansania. Genauer gesagt in Moshi, am Fuße des Kilimanjaro. Jo, es ist endlich soweit. Dies ist meine letzte Nacht bevor es dann morgen mit der Wanderung losgeht. Ich möchte nun einfach mal Einblick geben, was heute so passiert ist und wie es mir geht und wie ich dieses Highlight in meinem Blog veröffentliche. Also viel Spaß beim Lesen, ich hoffe ich bin nicht so aufgeregt wie vor Deutschklausuren oder Diktaten und haue grammatikalisch und orthographisch alles durcheinander. Also habt Nachsicht mit mir.
Also gestern bin ich hier Tansania gelandet und nachdem ich kostengünstig für 50$ ein Visum erwerben konnte, wurde ich dann abgeholt und zum Hotel gebracht. Im typischen Wetter für ein Land in der Nähe des Äquators: Regen. Wodurch der Trip gefühlt eine Ewigkeit gedauert hat. Aber dadurch hatte ich mehr Zeit mir die Umgebung anzuschauen und zu bestaunen. Also von den Ländern, die ich nun schon in Afrika besucht habe, war dieses das afrikanischste Land. Zumindest meiner Vorstellung nach, was afrikanische Länder sind. Aber die Menschen hier sind unfassbar freundlich und sehr hilfsbereit. Und immer am lächeln, was ein großer Pluspunkt ist.
Apropos Regen. Es ist Regensaison. Etwas was andere Menschen in ihrer Herangehensweise für das Projekt Kilimanjaro bedenken. Aber naja. Mein Neumondargument ist ja auch nicht so schlecht. Darum konnte ich bisher auch nur den Fuß oder bis zu 30% des Berges nur sehen und nicht den gesamten Berg, da da sehr viele Wolken sind. Am heutigen Tag hat es zumindest nicht geregnet und für die nächsten Tage ist auch nicht mehr so viel Regen angesagt, also immerhin etwas. Ich glaube nur, das es am Gipfel schneit. Aber keine Ahnung ob das stimmt, kann es ja nicht sehen. Den letzten Tag heute habe ich damit verbracht: Gespräch mit meinem Guide, Geld für die Trinkgeldzeremonie auftreiben und alles richtig verstauen und packen. Ich berichte euch mal über die einzelnen Teile.
Fangen wir mit dem Packen an. Da ich ja meine gesamte Ausrüstung in Südafrika gekauft habe, reise ich ja nun mit zwei riesigen Taschen. Und für die Flugreise musste ich ein wenig anders packen als für die Besteigung. Also habe ich nochmal alles verändert, durchgeschaut ob ich alles habe und geschaut was ich in meinem Daypack mitnehme und was in der großen Tasche, die ein Porter für mich trägt. Nach einigen Hin und Her und mit der grundlegenden Idee die Tasche für den Porter so leicht wie möglich zu halten, bin ich mittlerweile ganz glücklich. Ich bin vorsichtig, sehr vorsichtig, optimistisch, dass ich alles habe und gut vorbereitet bin. Aber vermutlich kann ich das erst richtig beurteilen wenn ich wieder da bin. Also drückt mir die Daumen, dass ich nichts vergessen habe.
Kommen wir zum Trinkgeld. Auch hier würden gute Planer sicherlich anders vorgehen als ich. Die meisten bringen einfach schon ausreichend US Dollar mit ins Land und verteilen diese dann. Meine US Dollar sind aber durch das Visum aufgebraucht gewesen. Darum schied das schon mal aus. Und die Trinkgeldübergabe findet theoretisch am letzten Tag am Berg statt, also brauchte ich das Geld heute. Zu Beginn konnte ich noch meine restlichen Euro umtauschen. Dann musste ich Geld abheben. Mit einer weniger angenehmen Gebühr aber okay, man hätte ja sich auch einfach eher mal darum kümmern können. Bis heute wusste ich ja noch nicht was der übliche Umfang des Trinkgeldes ist. Und es hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Wenn man dazu auf verschiedenen Seiten recherchiert bekommt man auch sehr unterschiedliche Informationen. Aber zu Letzt haben sich die meisten Informationen gedeckt und ich rechne mit einem kompletten Trinkgeld von ungefähr 500€. Was in der einheimischen Währung 1200000 Shilling sind. Ich bin also Millionär, seid neidisch. Außerdem hat dies den Vorteil, dass die Leute nicht erst die Dollar umtauschen müssen. Also positiv, sofern wie ich das gerade betrachte.
Kommen wir zum letzten und vermutlich wichtigsten Teil des Tages: Ich hatte ein Gespräch mit meinem Guide, names Gerhardt, und einem Porter namens Alfons. Also Gerhard war nicht seine wirklicher Name, aber ich erinnere mich einfach nicht mehr an seinen Namen und nenne ihndeshalb Gerhardt. Aber ich bin mir fast sicher, es war Alfons, aber auch nur fast. Diese beiden haben mir erklärt, was so auf mich an den einzelnen Tagen zu kommt und wo wir schlafen werden und so weiter. Ich verschone euch mal mit Details, einfach weil ich sie auch nicht mehr weiß. Aber die beiden machten einen coolen und relaxten Eindruck und ich bin gespannt, wie es sein wird, die komplette Woche mit den beiden zu verbringen. Hakuna Matata. Als die beiden fertig waren, durfte ich meine Fragen stellen. Und auch hier, offenbarte sich rückblickend betrachtet ein Unterschied zwischen gut vorbereiteten Menschen und mir. Gut vorbereitete Menschen hätten Fragen gestellt wie: Wie groß ist die Gruppe? Wie groß ist die Erfolgswahrscheinlichkeit? Wie sieht es mit Toiletten und einem Toilettenzelt aus? Das wären vermutlich essentiell wichtige Fragen gewesen. Ich hingegen habe mich entschieden, eher auf einer persönlichen Ebene eine Verbindung aufzubauen: Welche ist eure Lieblingsroute? Wie oft seid ihr schon oben gewesen? Sicherlich auch interessante Fragen, helfen mir aber nun erstmal weniger in der Planung. Ich frage mich, wann ein so sozialer Mensch aus mir geworden ist? Nachdem Gespräch haben die beiden meine Ausrüstung gecheckt, ob diese für die Besteigung ausreicht. Und ich konnte den Anforderungen genügen, aber er meinte auch, Deutsche sind immer gut vorbereitet. Also wenigstens ein Teilerfolg heute.
Sooo bleibt noch meine Gefühlslage offen, also kommen wir zum Tagebuchteil dieses Eintrages. Ich bin unfassbar aufgeregt. Da ich absolut nicht weiß, was mich erwarten wird. Aber ich bin auch ziemlich optimistisch, dass das alles gut gehen wird. Ich denke, es wird ein unvergessliches Erlebnis sein, mit ganz vielen tollen Erinnerungen. Aber wie mal ein weiser Mann gesagt hat, es ist Spaß Stufe 2: Die Freude kommt erst hinterher. Ich habe auch sehr viel Respekt vor der Höhe. Bei allem was ich bisher gelesen habe, kann diese alles zerstören, wenn mein Körper nicht mehr mitmacht. Mein höchste Punkt war bisher knapp 2800 m über dem Meeresspiegel. Diese habe ich glaube schon im Laufe des ersten Tages geschafft. Oder dann am zweiten eben. Aber es wird schon schief gehen. Hakuna Matata. (Viel Spaß mit dem Ohrwurm)
Natürlich habe ich mir auch überlegt wie ich dieses Erlebnis in meinem Blog teile. Da ich mir für eine Woche keine Simkarte kaufen wollte und somit kein Internet habe, wobei ich mir auch unsicher bin, ob es am Berg überhaupt welches gibt, kann ich nicht von dort posten. Aber ich werde jeden Abend im Zelt einen Eintrag schreiben. Diese werde ich dann an den darauffolgenden Tagen, wenn ich wieder im Hotel bin, veröffentlichen. So bekommt ihr die volle Erfahrung, nur etwas zeitversetzt. Perfekt oder? Also bis nach dem Berg. Und drückt mir ja die Daumen!