Kili Tag 1: Der Aufstieg beginnt

Start: Lemosho Gate 2100 Höhenmeter

Ziel: Mkubwa Camp 2650 Höhenmeter

Zurückgelegte Höhenmeter laut Uhr: 482 m

Angegebene Distanz: 7 km

Tatsächliche Distanz: 5,1 km

Angegebene Zeit: 4 Stunden

Benötigte Zeit: 2 Stunden 4 min

So wie versprochen gibt es hier den Beitrag vom ersten Tag am Kili. Ich wünsche euch viel Spaß, beim lesen, Bilder anschauen und fantasieren darüber wie es wohl weiter geht. Nur nochmal als Erinnerung, ich habe diesen Bericht im Zelt am ersten Abend geschrieben, es ist also genau meine Gefühlslage zu diesem Zeitpunkt und nicht nachwirkend verändert. Nur nochmal überlesen. Die Berichte der anderen Tage folgen von nun an jeden Tag.

Nach der gestrigen Einweisung wusste ich, dass ich zwischen 8.30 und 9.00 Uhr vom Hotel abgeholt werden sollte. Ich habe also gut gefrühstückt. Und da klares Wetter war, habe ich mal versucht auf der Dachterrasse einen Blick auf den Kili zu bekommen. Und badumms, da war für mich zum ersten Mal, der Berg zu sehen. 

Es war echt unglaublich, diesen massiven Berg dann einmal komplett vor sich zu sehen. Und noch unglaublicher zu wissen, dass ich vielleicht in 6 Tagen da oben stehe. Aber ich glaube, diesen Berg einmal in seiner vollen Pracht zu sehen, war genau das was ich gebraucht habe und was mir nochmal einen richtigen Motivationsschub gegeben hat. Also habe ich noch mein Gepäck im Hotel abgeben, welches ich nicht mit zum Kili nehme und dann ging es zum Reiseunternehmen, welche meine Tour organisiert. Dort habe ich dann noch schnell versucht, meine zusätzliche Nacht zu bezahlen. Was darin endete, dass ich es dreimal bezahlt habe. Aber ich bekomme hoffentlich die überschüssigen zwei mal wieder zurück nachher. Danach starteten wir mit der Crew zum Berg. Und da gab es die erste Überraschung. Statt der angedachten 6 Leute die mich begleiten, waren es auf einmal 7. Was meine mühsame Auseinandersetzung mit dem Trinkgeld gehörig durcheinander gebracht hat. Aber ich habe ja noch ein paar Tage, um das rauszubekommen. Zweite Überraschung war die Tatsache, dass ich tatsächlich alleine bin. Was zum einen ziemlich cool ist. Da man dadurch wirklich das Gefühl bekommt allein am Berg zu sein. Es ist ja Regensaison und darum kein hoher Andrang. Aber zum anderen ist so ein wenig Abwechslung auch nicht schlecht. Aber mal schauen wie sich das so entwickelt. 

Die Crew von links nach rechts stehend: Bakari, Moyo, Alfons, David, die Käsestange, Syril. Hockend: Abdina, Yoma

Also sind wir dann losgefahren Richtung Lemosho Gate, welches das am weitesten entfernteste ist. Darum hat die Fahrt auch ungefähr 2,5 h gedauert. In dieser Fahrt inbegriffen war auch der Kauf von ein wenig Gras, für den Minibusfahrer und ein Essensstop für die Jungs. Nachdem das alles geschafft war ging es weiter zum Gate. Und nach einer Weile haben wir dieses erreicht, dort habe ich meinen ersten kleinen Snack erhalten und nachdem ich diesen vertilgt hatte, ging es los. Die Porter starteten teilweise vor uns und begonnen das ganze Gepäck den Berg hochzutragen. Meist mit Rucksack und mit einer Tasche auf dem Kopf, was unfassbar anstrengend aussieht. Danach bin ich dann mit meinem Guide gestartet. In einem langsameren, aber durchaus angenehmen Tempo ging es den Weg entlang. Beim Start der Lemoshoroute befindet man sich im Regenwald. Und Regenwald plus Regensaison ergibt dann Regen. Und ich muss sagen, wenn sich ein Kauf gelohnt hat, dann der Regenponcho. Auch wenn es sicherlich albern hoch 10 aussieht, aber ich meine, der Erfolg gibt immer recht. Es ist alles trocken geblieben. Nach 2 Stunden haben wir dann das Camp erreicht. Und da gab es dann wieder eine kleine Überraschung, es gibt noch jemand anderen der gerade eine Tour macht. Natürlich ein Deutscher. Also doch nicht ganz so allein am Berg. 

Im Camp habe ich dann die Zelte gesehen. Und da kommt das sehr überraschende: es gab genau zwei Zelte. Eins für mich und eins für die Jungs. So wer aufmerksam gelesen hat, es waren 7. Ich würde die Zeltgröße als kleineres 4 Personenzelt definieren. Aber nicht 7 Personenzelt. Ich fühle mich damit ziemlich mies. Ich meine klar, ich bezahle relativ viel Geld dafür und alles, aber es fühlt sich komisch an. Auch das man hier bekocht wird, ist doch recht gewöhnungsbedürftig. Ich meine ich habe sogar einen bequemen Stuhl und Tisch im Zelt. Es ist einfach merkwürdig. Ich habe mich entschieden, meine mitgebrachten M&M‘s und Stroopwaffeln, komplett an die Jungs zu verteilen. In der Hoffnung ihnen wenigstens eine kleine Freude zu bereiten.

Apropos bekocht werden, ich dachte ja immer meine Campingkochkünste sind nicht so schlecht, aber mein Koch hier, hat mir ein geniales Essen zubereitet. Es gab Zucchinisuppe und Kartoffeln mit einem Gemüseintopf und ich habe schon deutlich schlechter in gewissen Restaurants gegessen. 

Kommen wir nun zum Punkt der uns alle am meisten interessiert: die Toilettensituation. Also auf dem Weg kann man sein kleines Geschäft einfach neben dem Weg erledigen, was als Mann ja kein großes Problem darstellt. Hier im Camp gab es dann ein Toilettenhaus. Mit Pissior, was cool war. Und naja ich weiß nicht wie man es am besten beschreibt, aber einem Loch für das größere Geschäft. Und naja ich habe heute diesbezüglich mein erstes Mal gehabt. Das in die Hocke gehen, war prinzipiell kein Problem. Nur die nichtvorhandene Sicht und damit das blinde Zielen haben es ein wenig erschwert. Aber ich kann sagen, dass ich vollkommen ins Schwarze getroffen habe. Was ein riesiges Exkrementeloch war. Eine Frage, die ich mir stelle: was passiert damit? Ich meine eine Entleerung kann ja wohl kaum stattfinden. Besonders dann bei späteren Camps? Spannende Frage, weil irwann wäre es ja auch voll?! Ich verschone euch aber vorerst mit Bildern von der Toilettensituation.

So damit wäre der erste Tag auch geschafft. Bisher habe ich keine Probleme mit der Höhe oder der Anstrengung, demzufolge alles super und ich freue mich auf den nächsten Tag. Also bis morgen, zu Tag 2. Der dann deutlich anstrengender werden wird. 

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