Ein Tag im Elefantenprojekt

Hey Ho. Ich melde mich mal wieder hier aus dem Damaraland und möchte euch diesmal mit auf einem typischen Tag in der Buildwoche hier mitnehmen, damit ihr mal so seht, wie mein Tagesablauf so aussieht. Also habt viel Spaß damit. 

05.55 Uhr – Der Wecker klingelt. Ich wache auf im Pavillon und kann draußen noch den Mond und die letzten verbliebenen Stern sehen. Es ist noch dunkel. Ich muss trotzdem aufstehen, denn heute ist mein Duty-Team-Tag. Dies bedeutet, dass ich heute für die Bereitstellung der Mahlzeiten verantwortlich bin. Natürlich habe ich noch einen oder zwei Mitstreiter, die mir helfen. Ich stehe auf und ziehe mir noch meine Mütze und Schal über, da es morgens, dann doch meistens recht kalt ist.

06.05 Uhr – Wir beginnen mit den Vorbereitungen für das Frühstück. Dieses besteht aus einer Tasse Tee oder Kaffee, welche an die Matratze gebracht wird. Zu Essen gibt es Purridge und Toast. Dieses wird mit Hilfe eines Lagerfeuers zubereitet. Dies dauert ungefähr bis 6.35 Uhr. Danach kommen auch die anderen Freiwilligen und genießen ihr Frühstück. 

07.15 Uhr – Nachdem alle ihr Frühstück beendet haben, müssen wir schnell den Abwasch erledigen und uns dann für die Arbeit fertig machen. Der Abstand geht meistens recht schnell und ist eben so nervig wie Abwasch eben so ist. 

08.00 Uhr – Arbeitsbeginn. Wir gehen oder fahren zu der Mauer an der wir gerade arbeiten. Dies ist meistens in der Nähe unseres Schlafplatzes oder wir legen unseren Schlafplatz in die Nähe der Mauer. An der Mauer werden die Aufgaben verteilt und jeder versucht, seine Lieblingsaufgabe zu bekommen. 

08.10 Uhr – Ich starte mit einem Sandrun. Für das Mischen des Betons benötigen wir relativ viel Sand, den wir aus getrockneten Flussbetten gewinnen. Diesen schippen wir in einen Anhänger und fahren ihn zur Baustellen und entleeren den Anhänger dann. Sandrun ist vermutlich die anstrengendste und nervigste Tätigkeit, aber was soll es. Es ist zumindest ein schöner Morgensport. 

08.45 Uhr – Rockrun. Neben ausreichend Sand für den Beton brauchen wir natürlich aus ausreichend Steine für die Mauer. Diese sammle wir in der Gegend ein und fahren sie mit dem Anhänger wieder an die Baustelle. Rockrun ist mein Ding. Die meiste Zeit verbringe ich damit. Es macht einfach den meisten Spaß und ist eine super coole Tätigkeit und gutes Training, denn man da schon ziemliche Brocken bewegen. Aber Größe ist natürlich nicht alles. Sondern es kommt auch auf die Form an. Darum habe ich mittlerweile eine Vorliebe für flache Steine entwickelt, mit denen man super Mauern bauen kann. 

09.45 Uhr – Nach zwei Runden Rockrun muss ich wieder meiner Duty-Team-Aufgaben nachkommen. Es steht die Teepause an. Diese enthält neben einem Getränk auch noch Apfel, Orange und Kekse. Dieses ist meine Lieblingspause, da die Orangen unfassbar gut schmecken. 

10.30 Uhr – Es geht weiter. Ich starte nun mit Betonmischen. Wir brauchen unfassbar viel Zement in so einer Woche Mauerbau. Wir starten jede Woche mit über 1 Tonne an Zement um den Beton herzustellen. Wir mischen diesen in Schubkarren mit Hilfe von Spaten. Dies ist je nachdem in welchem Tempo man arbeitet, eine der schwersten Tätigkeiten. Aber eine halbe Schubkarre voll Beton dauert ungefähr 15 min. Und mittlerweile bin ich voll der Pro im Betonmischer. Also falls ihr mal einen professionellen Betonmischer braucht, ich bin euer Mann. 

11.45 Uhr – Duty-Tätigkeiten rufen wieder. Es ist Mittagszeit. Wir bereiten das Mittagessen vor. Dieses besteht aus den Resten des vorherigen Abends, wenn es denn welche gibt und Gurken und Tomaten und Toast für Sandwiches. Es ist nicht gerade viel, um ehrlich zu sein. Darum esse ich meistens nebenbei noch ein paar 5 Minuten Terrinen. 

12.30 Uhr –  Es ist Abwaschtime. Wir müssen das Geschirr der letzten beiden Pausen abwaschen. Auch dies geht meistens recht schnell. Danach ist Mittagspause. Diese nutze ich meistens für Lesen oder einem kleinen oder längeren Powernap.

15.00 Uhr – Die letzte Schicht des Tages. Diesmal helfe ich direkt beim Mauerbau und baue die Mauer mit Hilfe von Beton und den Steinen immer größer. Da wir natürliche Steine benutzen, ist es gar nicht so leicht, diese geeignet nebeneinander und übereinander zu stapeln, so dass die Mauer stabil wird. Aber bisher läuft es ganz gut, würde ich meinen, zumindest ist noch nichts eingestürzt bisher. Das Bauen stellt eine interessantes Training für das räumliche Vorstellungsvermögen dar und ist daher kognitiv ganz cool. Jedoch körperlich eher weniger herausfordernd. 

16.00 Uhr – Wir bekommen Besuch von einer Ziegenherde. Diese ist an der benachbarten Trinkwasserstelle und nimmt Wasser auf bevor sie weiterzieht. 

16.45 Uhr – Nach einem Baunachmittag muss ich ein letztes Mal meiner Duty Aufgabe nachkommen. Während die restlichen Volunteers noch alles säubern, starten wir bereits mit der Vorbereitung für das Abendessen. Dieses nimmt immer mehrere Stunden in Kauf, da es meistens recht aufwendig ist und immer aus einer vegetarischen Option und einer Fleischvariante besteht. Auch dieses wird direkt am Lagerfeuer zubereitet und schmeckt meistens ziemlich gut. Also machen wir uns an die Vorbereitung. 

19.00 Uhr – Das Essen ist fertig und alle essen und sind zufrieden mit dem Ergebnis. Damit ist meine Duty-Tätigkeit erstmal beendet. Das Dutyteam des nächsten Tages ist für den Abwasch verantwortlich. Ich kann also nun endlich meine Campingdusche genießen. Und entspannen. Entweder am Lagerfeuer mit den anderen oder mit einem Buch. 

21.30 Uhr – Ich bin erschöpft vom Tag und putze Zähne bevor ich im Schlafsack versinke und entweder noch einem Audiobook lausche und den Sternenhimmel bewundere. 

Ich hoffe euch hat der Einblick gefallen. Ihr hört dann nächste Woche wieder was von mir. 

Hinterlasse einen Kommentar