Lasst mich arbeiten

Hey Ho meine liebe Lesenden, wenn es denn noch welche gibt. Ich hoffe es zumindest, immerhin gebe ich mir seit Februar echt Mühe hier auf diesem Blog mal wieder ein gewisse Konstanz und Präsenz zu zeigen. Und ich zeige erstaunliche Fortschritte, meines Erachtens nach. Heute möchte ich noch mal weiter über das Elefantenprojekt quasseln. Also viel Spaß damit und erfolgreiches Lesen, meines außergewöhnlichen (guten und ausgefeilten) Schreibstils. 

Das letzte Mal habe ich euch auf einen typischen Tag in der Buildwoche mitgenommen. Diese ist immer die erste Woche des Projektes, welches in Zweiwochenzyklen abläuft. Jap, ich mache aller 2 Wochen immer genau das Gleiche. Also zumindest fast. Die zweite Woche ist normalerweise die Patrouillenwoche, wo man zu den Elefanten fährt und diese beobachtet. Ein Tag besteht dabei zu 90 % daraus, mit einem Safari-Jeep durch die Gegend zu fahren und zu 10 % damit, Elefanten zu inspizieren. Aber an dem „normalerweise“ im vorletzten Satz erkennt ihr, dass es auch andere Optionen gibt. Beispielsweise für Leute, die es nicht schaffen, den ganzen Tag still im Auto zu sitzen. Oder für Personen, denen es zu langweilig ist, nur Elefanten für ein paar Minuten, aus mehr oder wenig großer Entfernung, zu beobachten. Solche Personen sind natürlich sehr selten, da ja diese Patrouillenwoche im Prinzip eine Belohnung für die harte Arbeit des Mauerbaus darstellt und ja auch sehr einprägsam ist, solche Tiere sehen zu können. Also wer würde denn dann so eine spezielle Erfahrung opfern, um beispielsweise noch mindestens genauso harte körperliche Arbeit für EHRA zu erledigen?

Antwort: Ich. Nachdem ich schon auf der ersten Patrouillenfahrt, das Gefühlt hatte, das dies nichts für mich ist, wurde dieses Gefühl in der zweiten Session dann mehr als bestätigt. Und nachdem ich in meiner äußerst charmanten und recht eindeutigen Art mitgeteilt habe, dass ich das nicht gerade genieße, was zu Beginn für einiges Entsetzen bei den namibischen Menschen geführt hat, haben diese mir angeboten, dann weiter bei dem Bau eines Camps für die Regensaison zu helfen. Ich rechne diese Flexibilität und diese Hilfsbereitschaft den Menschen im Projekt unfassbar hoch an. Und nach dieser ersten Woche kann ich nur sagen, dass mir dies so viel besser gefällt. So ist dieses Projekt echt unfassbar gut.

An einem Tag meiner Bauarbeitertätigkeit musste ich dann aber über die unfassbare Ironie der ganzen Sache unfassbar lachen: Ich bezahle Geld um in einem Freiwilligenprojekt zu arbeiten und dieses Projekt bietet dabei noch eine Belohnung beziehungsweise die Erfahrung einer mehrtätigen Elefantensafari an, welche vermutlich der ausschlaggebende Grund für viele ist, in diesem Projekt zu arbeiten und ich entscheide mich lieber gemeinsam mit namibischen Dorfeinwohnern, die vermutlich durch mein Geld bezahlt werden, bei 36 Grad harte körperliche Arbeit durchzuführen und ein Campground zu bauen. Und das macht mich glücklich. Manchmal frage ich mich echt, was genau bei mir falsch verkabelt ist im Hirn. Oder was genau nicht ganz richtig läuft. Aber was kann machen? Mittlerweile würde ich behaupten, dass der Schaden irreparabel ist. 

Okay das soll es mal wieder gewesen sein, eigentlich wollte ich noch darüber berichten, wie mein Tag da so aussieht, aber das sprengt den Umfang des Beitrages. Darum kommt dies später. Oder ich weihe euch in meine Pläne ab dem Sommer ein? Oder ich schreibe ein wenig über meine Sportprojekte, die ich vorhabe. Mal schauen, worauf ich Lust habe, als nächstes zu schreiben. Ich nehme natürlich jederzeit Wünsche an. Auf alle Fälle ist ausreichend Schreibstoff vorhanden, um meine Aktivität hochzuhalten. 

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