Ein neuer Abschnitt naht

Guten Morgen. Also prinzipiell ist meine Arbeit hier am Blog doch durchaus recht konsequent und es hat sich im Laufe der Zeit eine gewisse Regelmäßigkeit entwickelt. Also zumindest war das letzte Jahr, das Jahr, in welchem ich die meisten Beiträge bisher geschrieben habe und ich glaube, ich könnte das dieses Jahr sogar noch topen, mit all dem was noch so kommt. Was das bedeutet? Und wie es mit mir ab Sommer weiter geht? Das könnt ihr hier in diesem Beitrag herausfinden. 

Die großen Fragen, die ja immer im Raum standen, für dieses Sabbatical, waren: Wie soll es ab Sommer weitergehen? Arbeite ich weiter als Lehrer? Wenn ja, wo arbeite ich? Lasse ich mich verbeamten? Bleibe ich in Sachsen? Bleibe ich in Deutschland? Es waren viele Fragen, die ich mir in den letzten Wochen und Monaten gestellt habe. Und meine Antworten auf die Fragen, waren auch nicht immer die gleichen. Von Zeit zu Zeit haben sich meine Ansichten geändert, sind gesprungen oder sind wieder auf frühere Ansichten zurückgekehrt. Von sehr radikalen Ansichten zu Beginn: Ich will was ganz neues machen. Oder anderen kleineren Dingen, wie wo will ich arbeiten. Aber Ende des letzten Jahres habe ich dann endlich eine innere Zufriedenheit gefunden mit der Idee über die Gestaltung meiner Zukunft. Da war diese innere Sicherheit, die Ruhe und dieses innere Gefühl, welches ich nur schwer beschreiben kann, was aber sagt, dass ist das Richtige, dass passt jetzt und zu dir. Und darum habe ich, in den letzten Monaten versucht, diese Idee zu verwirklichen. Und mittlerweile kann ich mitteilen, dass ich erfolgreich war. Auch wenn es nicht immer so leicht war. Gerade wenn man wenig Zugang zu Internet, Druckern oder Scannern hat. So nun lasse ich den Elefanten aus der Kiste. Den Geparden aus dem Gehege. Bringe Licht ins Dunkle. Oder ich lüfte einfach das große Geheimnis und beantworte die Fragen am Anfang des Abschnittes. 

So also frisch fröhlich rein ins Erdbeerfeld. Jap, ich werde es weiterhin als Lehrer probieren. Eventuell hatte ich es schon mal vorher angedeutet oder erwähnt, aber mir fehlt das Unterrichten und das Leben als Lehrer. Auch glaube ich, dass es nicht so viele Jobs gibt, die besser zu mir passen und mir die nötige Abwechslung und Herausforderungen geben. Also jap, es wird auf alle Fälle als Lehrer weitergehen. Dann bleibt ja nur noch die Frage, des Standortes zu klären. Easy Peasy könnte man nun meinen. Aber Pusteblume. Hier war es nicht so einfach etwas für mich zu finden, wo ich das Gefühl hatte, dass es ein guter Fit ist. Und normalerweise ist, dies meine Entscheidungsgrundlage für alle wichtige Entscheidungen. Besonders die Aufgabe, mich für ein Bundesland zu entscheiden, war unfassbar schwierig und angsteinflößend. Ich meine als Beamter ist es dann ja nicht so einfach mal das Bundesland zu ändern. Und jetzt eine Entscheidung für mein gesamtes Berufsleben zu treffen? Schwierig. Manchmal überfordert mich ja schon die Frage, welche Duschbad ich mir kaufen soll. Sollte ich nach Sachsen gehen, um endlich wieder näher bei Familie und Freunden zu sein, obwohl mir dieses Bundesland prinzipiell nichts gibt. Sollte ich in die Nähe einer größeren Stadt gehen, um zumindest noch so ein wenig die Aufregung einer Stadt zu erleben? Oder sollte ich aufs Land gehen, weil ich sowieso die meiste Zeit draußen bin? Süddeutschland hatte dabei große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Die Idee in der Nähe der Alpen zu sein, war etwas sehr reizvolles. Aber der Bauch hat einfach nicht gesagt: „Jap, das passt und nun lass uns was geiles essen“. Deswegen habe ich weiter überlegt. Und ich kann es jetzt nicht mehr beziffern, wann genau es passiert ist und was der Auslöser war. Aber an einem Punkt kam die Idee noch mal an einer Auslandsschule zu unterrichten. Dies war ja immer etwas, was ich machen wollte. Und warum nicht jetzt gleich noch einmal? Dieses Mal, war meine Einstellung aber anders als vor knapp 5 Jahren. Vor 5 Jahren wollte ich es unbedingt. Jetzt sollte es so sein, ich warte ab was für Angebote so reinkommen und werde keine schnelle Entscheidung treffen sondern abwarten und auf das perfekte Angebot warten. Und falls nichts kommt was mich überzeugt, dann habe ich immer noch Deutschland. Aber auf alle Fälle nicht wie vor 5 Jahren, als ich gleich das erste Angebot genommen habe. 

Also habe ich alles vorbereitet, um dies in die Wege zu leiten, was erstaunlich schwierig war. Konnte ich vor 5 Jahren noch die Anmeldung in die Datenbank online machen, war es jetzt nur noch postalisch möglich. Ich glaube, Deutschland ist das einzige Land, wo die Digitalisierung rückwärts gerichtet ist. Aber ich stand vor einem größeren Problem. Um sich als Lehrer im Ausland zu bewerben, braucht man einen Wohnsitz in Deutschland. Auf einer Nachfrage von mir, wurde auch der Aufenthalt in Deutschland vorausgesetzt. Was natürlich absurd ist, aber was soll es. Da ich den Bewerbungsprozess ja noch kannte und wusste dass ich erst im Frühjahr in Deutschland sein musste, habe ich es trotzdem gemacht. Ich meine, wie will die ZfA herausfinden, dass ich nicht in Deutschland bin, wenn alles per Mail läuft? Ich hoffe, niemand aus der ZfA liest meinen Blog jetzt. Falls doch, natürlich war ich die ganze Zeit in Deutschland ;). Also habe ich meine Unterlagen vor der USA-Reise eingereicht und nach einigen hin und her mit fehlenden Unterschriften und einer Einladung zum Bewerbungsgespräch, welches ja albern ist, da ich ja schon als Lehrer im Ausland war, welches ich dann glücklicherweise auch abwenden konnte. Und dann war es so weit: Ich war aufgenommen in die Datenbank und die Schulleitenden können mir schreiben. Damit war aber auch das nächste Problem verbunden, ich wusste nicht wie mein Zugang zum Internet sein wird, wenn ich in Namibia bin. Also habe ich eine halbautomatische E-Mail Antwortsystem eingerichtet, welches ich Antomail getauft habe. Ich habe meinen Bruder meine Logindaten und eine vorformulierte E-Mail gegeben und gesagt, er soll den Schulleitenden antworten, dass ich mich persönlich am Wochenende melde. Und dann ging es los: Paris, Bolivien, Mexiko City, Istanbul, La Paz, Popgrad, Panem, Fennbirn oder Helmsklamm. Alle wollten mich. Und das nur in den ersten beiden Wochen. Okay, ich gebe zu, die letzten drei waren wohl eher Wünsche meinerseits. Und natürlich habe ich fest an meine Prinzipien gehalten und habe das erste Angebot angenommen. Doch welches ist das? Tja, ich verrate es am Ende dieses Eintrages. 

Also mal abgesehen, dass ich wieder eine Entscheidung spontan für die nächste Jahre meines Lebens getroffen habe und es nicht geschafft habe, meinen Vorsatz, nicht gleich wieder das erste Angebot anzunehmen, glaube ich wirklich, dass es die beste Entscheidung ist. Und ich habe gerade nochmal nachgeschaut, es war wirklich das aller erste Angebot. Eine gewisse Ironie ist erkennbar. Viele werden sich natürlich fragen, ob ich denn nie nach Deutschland zurückkommen möchte. Wann ich mir denn endlich Gedanken um eine Familie mache. Oder wie ich so doof sein kann, den Beamtenweg abzulehnen, wenn dieser doch so viel Sicherheit bringt. Und um ehrlich zu sein, ich finde diese Einwände ziemlich albern. Um es mal euphemistisch auszudrücken. Ich glaube fest daran, dass sich alles iwie ergeben wird. Wie? Keine Ahnung. Ich will es jetzt auch noch nicht wissen. Wäre ja langweilig. Aber es wird sich für alles schon was finden. Natürlich kann man mich jetzt einen Träumer nennen, aber ehrlicherweise würde ich das sogar als Kompliment auffassen. Lieber träume ich jetzt ein wenig, als keine Herausforderungen mehr im Leben zu haben. Aber dazu vielleicht in späteren Beiträgen mehr. 

Ich hoffe, dieser doch recht ausführlich Einblick in meine Entscheidungsfindung war nicht ganz so langweilig. Und natürlich bleibt noch ein was offen zu erwähnen: Es wird nach Istanbul gehen. Bis demnächst, ich gehe erstmal wieder ne Mauer bauen. Aber ich werde mich mit Sicherheit demnächst wieder melden. 

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