Hey Ho Lesende Legenden, die diesen Blog sicherlich immer mit aller Ausführlichkeit verfolgen. Wie immer wenn ich Zugang zum Internet habe, versuche ich mich hier aus Namibia zu melden auch wenn es diese Woche nicht so viel zu berichten gibt. Dieses Mal will ich euch nur von einem kleinen Vorfall erzählen, der mir hier in der letzten Buildwoche passiert ist. Also einfach rein in die Geschichte.
Nach meinem langen Laufwochenende mit insgesamt 56 km an 3 Tagen, war Montag als Ruhetag eingeplant. An diesem ging es dann ins Base Camp und von dort dann am nächsten Tag zu Buildsite. An dem Tag wollte ich dann wieder Laufen und habe das auch gemacht und habe angefangen an meiner Cadence zu arbeiten. Also mit einer Metronomapp ausgestattet ging es los. Und genau wie es alle Personen beschrieben haben, war es furchtbar anstrengend. Aber ich habe es zumindest einen ersten Schritt geschafft. Aufgrund der Temperatur und der Schwüle war es im Allgemeinen ein sehr anstrengender Lauf, was ich auch noch deutlich nachher gemerkt habe.
Auch der Schlaf war nicht sonderlich berauschend und beim aufwachen habe ich dann einen leichten Kopfschmerz gespürt, dies aber auf Dehydrierung geschoben. Jedoch wurde dies, trotz 8 l Wasserzunahme nicht besser. Aber bis dahin fühlte sich alles noch okay an. Nur eine größere Erschöpfung war spürbar. Bis dann der nächste Tag kam. Aus dem kleinen Kopfschmerz wurde ein permanent Pochendes Wummern. All meine Muskeln schmerzten und meine Energie war komplett aus meinem Körper entwichen. Ich konnte kaum noch Steine bewegen oder anders beim Mauerbau helfen. An Zementmischen war überhaupt nicht zu denken. Somit habe ich ab der Mittagspause pausiert habe, mit der Hoffnung auf Besserung. Aber was folgte war eine Nacht mit 4 Stunden Schlaf und ausreichend großen Kopfschmerzen und einem Ruhepuls ungefähr 20 Schläge schneller als normal. Am nächsten Morgen wurden dann verschiedene Kriterien diskutiert: Malaria, Stich oder Biss, Hitze oder Überbelastung. Auf jeden Fall sollte es ins nächste Krankenhaus gehen, welches zum Glück nur 20 min entfernt war.
Dort angekommen ging es erstaunlich schnell in den Behandlungsraum und mit nur wenig Überzeugungsarbeit wurde ich auch nach nur 5 Minuten behandelt. Diese Behandlung war wenig kommunikativ. Der Redeanteil bestand nur daraus meine Beschwerden aufzunehmen. Das war alles. Ansonsten wurde alles mögliche von mit gemessen: Blutdruck, Puls, Temperatur und Sauerstoffgehalt. Am Ende kam die Ärztin mit einer großen Spritze wieder und wollte meinen Po sehen. Und zack Boom war die Nadel ohne große Vorwarnung drin. Im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass dies ein großer Painkiller war. Anschließend habe ich noch weitere Schmerztabletten und Vitamintabletten bekommen und danach war ich entlassen.
Mit Hilfe der Tabletten stellte sich auch ziemlich schnell Besserung ein. Mittlerweile ist der Peak der Schmerzen drei Tage her und ich fühle mich fast wieder normal. Oder zumindest scheint alles auch wieder ohne Schmerzmittel zu funktionieren. Morgen werde ich dann versuchen herauszufinden, wie belastbar ich wieder bin. Ich hoffe, dass alles wieder okay ist. Denn es ist ultranervig für mich nicht ausreichend Energie zu haben.
So das ist es mal wieder für dieses Wochenende. Nächste Woche gibt es dann den nächsten Eintrag, dann wenn dieses Projekt vorbei ist und ich mich vermutlich auf dem Weg Richtung Ägypten beziehungsweise Deutschland befinde. Also bis dahin.