Das erste Mal in Istanbul

Hey Ho. Wie versprochen melde ich mich nach diesem Wochenende wieder, welches ich ja in Istanbul verbracht habe. Darum erzähle ich hier einfach mal was von meinen ersten Eindrücken meines zukünftiges Wohnortes. Ebenfalls möchte ich euch noch von meinem zweiten VISA-Versuch berichten. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Also am Donnerstag bin ich, wie bereits erwähnt, nach Istanbul aufgebrochen. Die Anreise lief echt gut, auch wenn ich den Flughafen gewählt hatte, der weiter weg war, fühlte sich die Reise gar nicht so lang an. Denn nach dem kurzatmigen Flug gab es eine direkte Busanbindung zu dem Stadtteil, zu dem ich wollte. Für gerade mal 4 € konnte man da mit dem Reisebus mitgenommen werden. Die Fahrt dauerte insgesamt knapp 1 h und 15 min für die 65 km. Was also auch zeitlich ganz okay war. Danach musste ich nur noch kurz 10 min bis zum Apartment laufen. Während der Fahrt konnte ich dann erste Eindrücke von dem türkischen Straßenverkehr gewinnen, vor dem mich ja schon einige gewarnt hatten. Aber durch meine Erfahrungen aus Südafrika und vor allem Ägypten, muss ich sagen, dass dieser ja vollkommen entspannt ist. Fahrspuren werden größtenteils eingehalten und Ampeln werden nicht nur als Empfehlung betrachtet. Was will man mehr?

Insgesamt habe ich 3 Tage in Istanbul verbracht. Also sind meine bisherigen Eindrücke doch sehr begrenzt, in allen 4 Dimensionen. Darum bin ich auch gespannt, wie sich diese im Laufe der Zeit ändern werden. Meine Wohnung befindet sich auf der asiatischen Seite Istanbuls im Stadtteil Kadikoy. Von meinem Wohnzimmer und der (riesigen) Terrasse habe ich einen schönen Blick auf das Marmararmeer und der Einfahrt in den Bosporus. Die Wohnung ist sehr cool und besitzt ein tolles Wohnzimmer mit großer Glasfront, so dass ich auch den Ausblick im Winter genießen kann. Eventuell dann mit einem Kaminfeuer, denn einen Kamin habe ich auch. Ansonsten ist die Wohnung wieder viel zu groß, aber ist eigentlich ganz cool geschnitten.

Direkt unterhalb meiner Wohnung befindet sich eine Promenade entlang des Meeres auf der ich plane joggen zu gehen. Also ist das schon mal optimal für mich. Das Viertel in dem ich lebe, scheint mir auch eine kleine Weggehgegend zu sein. Zumindest hat es viele Fußgängerbereiche und ganz viele Restaurants, Cafés und Bars. Es wirkt auf alle fälle sehr jung und lebendig. Was mir auch sehr gefällt. Ich denke, da wird es viel zum ausprobieren und erkunden geben. Auch finde ich schön, dass es im Gegensatz zu der europäischen Seite nicht so vertourisiert sein soll. Das finde ich einen wirklich schönen Gesichtspunkt.

Prinzipiell muss ich sagen, dass ich echt begeistert von Istanbul bin. Es scheint mir ein toller Kompromiss aus den beiden Welten zu sein, die mein bisheriges Leben geprägt haben. Zum einen hat es die Leichtigkeit und Unvorhersehbare, das ich aus Ägypten kenne. Aber auf der anderen Seite besitzt es auch die Sauberkeit und Offenheit europäischer Großstädte. Ich freue mich darauf, mehr von dieser Stadt in den nächsten Jahren zu erkunden und bin gespannt, was mich da noch alles erwartet.

Nach dem ich heute dann wieder in Berlin angekommen bin, hatte ich mir einen weiteren Termin gebucht für die Beantragung des Arbeitsvisums. Nachdem ich das letzte Mal ja schon an der Eingangstür gescheitert bin, habe ich es heute schon einen Schritt weiter geschafft und bin erst am Mitarbeiter gescheitert. Da ich keinen Arbeitsvertrag vorlegen konnte, da dieser ja noch beim türkischen Erziehungsministerium oder wo auch immer liegt. Auch mit viel diskutieren und dem Vorzeigen der Verbalnote des Auswärtigen Amtes führte kein Weg dahin, dass mein Antrag überhaupt erst bearbeitet wird. Also musste ich meine Banner einziehen und unvollendeter Tat nach Hause gehen. Dabei habe ich noch die Sekretärin meiner neuen Schule informiert, welche wiederum Schulleitung und Botschaft informiert hatte. Und als ich dann am Hauptbahnhof in Berlin im Prinzip schon mit einem Fuß im Zug Richtung Radebeul war, bekam ich auf einmal meinen Arbeitsvertrag zugesendet. Also schnell raus aus dem Zug und es morgen nochmal probieren. Das einzige Problem, man kann innerhalb von 5 Tagen nur einen Termin reservieren. Theoretisch sollten morgen diese 5 Tage vorbei sein und ich sollte einen neuen Termin buchen können. Aber auch wenn nicht, ich werde es morgen wieder probieren. Denn wie sagt man so schön: „Alle guten Dinge sind 3“. Und auch wenn der aktuelle Stand Visabehörde: 2 Ricardo: 0 lautet, wäre es doch gelacht, wenn ich dies nicht noch in der Nachspielzeit umdrehen könnte.

Ich hoffe, ich kann mich demnächst wieder hier melden und dann mit auch hoffentlich guten Nachrichten was den Kampf um das Visum angeht. Ich hoffe, ihr fandet den Eintrag nicht ganz so langweilig. Und bis bald.

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