Der Countdown läuft

Hey Ho ich melde mich mal wieder. Natürlich später als ich es eigentlich geplant hatte, aber naja das gehört wohl mehr oder weniger zum Charme dieses Blogs. Je nachdem, ob der Blog sowas wie Charme besitzt. Aber das sollten lieber Andere beurteilen, als der Autor des Blogs. Auf alle Fälle rückt meine Ausreise in die Türkei immer näher und ich möchte euch mit in meine aktuelle Gefühlswelt nehmen. Also viel Erfolg beim Durchkämpfen durch fragwürdige Satzkonstruktionen, fehlerhafte Zeichensetzung und schlechte Wortspiele. 

In 10 Tagen ist es nun soweit: Die Ausreise in die Türkei ist arrangiert. Der Flug gebucht. Die Katze im Sack. Der Almdudler ausgetrunken. Also wenn mein Pass bis dahin von dem türkischen Generalkonsulat zurückgekommen ist. Ansonsten hätte ich ein gewisses Problem, da ich mit diesem ja einreisen muss. Aber die gute Nachricht ist erstmal, dass alles klar gegangen ist mit meinen Visum und demzufolge eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Den Flug habe ich bereits gestern gebucht, mit Extragewicht und Fahrradtasche. Also läuft an dieser Front alles. Bis auf die Tatsache, dass ich noch absolut nicht angefangen habe zu packen. Und auch noch einiges aussortieren muss, da ich vermutlich nicht ausreichend Platz und Gewicht habe, für alles was ich noch so besitze. Die Tatsache, dass ich auch die nächsten 5 Tage wegfahre, hilft beim packen nicht sonderlich. Dazu kommt auch noch Omas Geburtstag. Also bleiben mir alles in allem vielleicht 2 Tage, um alles zu packen. Könnte etwas stressig werden. Aber wird schon werden. 

Aber mindestens genauso spannend ist wohl die emotionale Vorbereitung beziehungsweise Lage im Moment. Ich meine, dass ich es schaffe zwei Koffer zu packen, werden mir wohl die meisten schon zutrauen. (Auch wenn ich da schon ein paar Ausfälle zu verzeichnen hatte.) Demzufolge kommen wir zur emotionalen Sicht der Dinge. Da es nun nicht das erste Mal ist, dass ich vor so einer großen Veränderung stehe, fühle ich dieses mal schon eine gewisse Sicherheit und Überzeugung dass es gut werden wird. Immerhin war ich nun bereits mehrmals im Ausland und auch in verschiedenen Kulturen und Umgebungen und habe mich immer zurecht gefunden habe. Von daher bin ich mir sicher, auch dieses Mal wieder gut zurechtzukommen. Aber ich kann nicht leugnen, dass auch eine gewisse Nervosität vorhanden ist. Immerhin betrifft diese Entscheidung ja mindestens die nächsten zwei Jahre meines Lebens. Ja klar, darüber hätte ich mir schon vor einiger Zeit Gedanken machen sollen. Aber durch die Buchung eines Fluges wird vieles immer ein wenig greifbarer. Kein Ahnung warum. Auch wenn ich schon ne Wohnung habe und nen Arbeitsvertrag habe. Aber Flugbuchung scheint eben der Endgegner. 

Was natürlich auch spannend wird, ist der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Ich freue mich natürlich endlich wieder unterrichten zu können. Aber es ist auf alle Fälle spannend zu sehen, wie alles so funktionieren wird. Immerhin habe ich ein Jahr ohne Unterricht hinter mir, fange in einer neuen Schule an und natürlich auch noch in einem fremden Land. Also doch recht viele Variablen, die offen sind. Aber es wird sehr spannend sein zu beobachten, was da alles auf mich zukommt. Immerhin wird es ein paar Dinge geben, die neu für mich sein werden. Zum Einen, dass die Schüler erst nach der achten Klasse an die Schule kommen und zusätzlich noch kein Wort Deutsch sprechen. Besonders im Hinblick darauf, dass ich auch im ersten Jahr in einer solchen Klasse Mathe unterrichten darf. Ich glaube, dass wird eine der spannendsten neuen Erfahrungen, die mir mit Sicherheit in meiner Entwicklung als Lehrer sehr viel geben wird. Zum Anderen wird natürlich auch spannend, dass die Mehrzahl der Schüler*innen Mathe und Physik als ihre Lieblingsfächer bezeichnen. Ich denke, es wird auf alle Fälle sehr cool, mal nicht 70 % der Klassen mit meinen Inhalten zu langweilen. Auch da sehe ich viel Spaß und neue Erfahrungen auf mich zukommen. 

Aber wie es im Leben nun mal immer so ist, hat alles seine positiven und negativen Seiten. Genauso wie eine Medaille zwei Seiten hat. Wie Yin und Yang. Natürlich sehe ich auch nicht alles mit der rosaroten Brille so wie es bisher vielleicht den Anschein gemacht hat. Natürlich stellen sich mir auch Fragen, die einige Zweifel äußern. Was, wenn es dir nicht so gefällt? Was, wenn du nicht mit der neuen Schule klarkommst? Was, wenn das Kollegium doof ist? Was, wenn du dieses Mal nicht einen erneuten Neuanfang willst? Was, wenn du doch lieber mal permanent irwo sein möchtest? Warum tust du dir den Stress eines ersten Jahres als Lehrer im Ausland an, wenn du genau weißt, wie stressig es wird? Was, wenn Türkei doof ist? Alles Fragen, die mal mit mehr und mal mit weniger Wucht in meinem Kopf erscheinen. Und auf die ich, natürlich nicht immer eine Antwort besitze. Ich glaube aber, dass man auch nicht immer eine Antwort darauf haben muss. Ich denke, wenn es keine Zweifel an der Entscheidung geben würde, dann wäre es eine Entscheidung ohne Herausforderungen. Und ohne Herausforderungen wäre es doch einfach nur langweilig und es würde nichts geben, woran man arbeiten könnte. Also von daher sind die Zweifel einfach etwas, was mit der Entscheidung Hand in Hand kommt. Von daher sind diese Zweifel nichts, was mich verunsichert. 

Das soll es auch erstmal wieder gewesen sein. Auch wenn es wieder etwas länger gedauert hat, war dieser Beitrag immerhin ausreichend lang. Mal schauen wann ich mich wieder melden werde. Vielleicht kommt ich zu meiner älteren Routine zurück und melde mich wieder von einem Flughafen. Das wäre dann am Tag meiner Ausreise. Also müsst ihr euch mal wieder ein wenig gedulden bis zum nächsten Mal. 

Hinterlasse einen Kommentar