Hey Ho, ich reaktiviere mal wieder die alten Gepflogenheiten des Blogs und schreibe von einem Flughafen aus. Back to the roots, könnte man sagen. Auch wenn das alles vielleicht ein wenig übertrieben ist. Auf alle Fälle sitze ich gerade am BER und warte auf das Boarding. Darum nutze ich die Zeit einfach, um alles aufzuschreiben, was mir in durch den Kopf geht. Also viel Spaß beim Lesen.
Als erstes muss ich sagen, dass der BER nicht so schlecht ist, wie es in der öffentlichen Meinung immer so dargestellt wird. Also zumindest was die Schnelligkeit und die Länge der Wege angeht. Ich hatte hier bisher nie mit langen Wartezeiten zu kämpfen oder ähnlichem und die Zeit von Ankunft am Flughafen bis zu am Gate sein, ist wirklich sehr kurz, wenn man dies möchte. Okay an den Gates wäre ein paar Steckdosen und ein paar mehr Sitzplätze (diese sind aber schön bequem) schon hilfreich, aber was will man machen, immerhin liegt die Planung ja auch schon ein paar Jahrzehnte zurück. Aber aus funktioneller Sicht, ist es ein vollkommen solider Flughafen.
Mein Tag begann heute um 4.30 Uhr, damit ich den Zug bekommen kann, den ich noch vor 24 Stunden benutzt habe, um nach dem Stadtfest in Dresden wieder nach Hause zu kommen. Manchmal ist mein Lebensstil schon ein wenig fragwürdig. Bepackt mit einem Koffer, einem großen Backpack, einem Rucksack und Beutel sowie meinem Fahrrad in einer Tasche, stellte jeder Umstieg auf der Reise eine kleine Herausforderung dar. Gerade das Ein- oder Aussteigen aus den Zügen muss für andere Menschen sehr lustig ausgehen haben. Aber irgendwie habe ich es geschafft, so dass ich bis zum Flughafen gekommen bin. Und dann ging es eigentlich nur noch darum so schnell wie möglich, dass Gepäck loszuwerden. Und aufgrund meiner ausführlichen Wiegungen (keine Ahnung ob das ein Wort ist, aber ich meine ich habe das öfteren die Masse gemessen) gestern, habe ich die 48 kg, die ich mitnehmen durfte, exakt ausgenutzt. Auch die erstmalige Abgabe von Sperrgepäck, hat super easy funktioniert und ich konnte alles sehr schnell abgeben.
Jetzt geht es nur noch darum, dass niemand auf die Idee kommt, mein Handgepäck zu wiegen und dann lief das Projekt Umzug fast problemlos. Bis auf den kurzen Moment, als mir nahezu meine Powerbanks abgenommen wurden sind, da es anscheinend eine Obergrenze für die Kapazität von solchen Geräten gibt und meiner außerhalb der Grenzen waren. Ich hatte bisher bei meinen Reisen, nie Probleme damit und wusste davon demzufolge auch nichts. Aber als dann die Bundespolizei dazu geholt wurde und gesagt hat, dass es klar geht, war alles gut. Aufgrund der Erleichterung vergaß ich Trinkflasche und Reisepass und wollte sofort losmachen, aber zum Glück hat eine nette Frau mir mein Zeug noch schnell gegeben. Sonst wäre es vielleicht doch noch zu einem größeren Problem gekommen.
Aktuell bin ich unfassbar müde und würde echt gern schlafen, aber ich warte gerade noch bis ich durch die Passkontrolle gehe, da es danach nicht mehr so viel zu sehen gibt. Natürlich werden jetzt Erinnerungen wach an vor 5 Jahren als ich nach Kairo gereist bin. Damals noch am 16. August und aus Frankfurt aber mit ähnlicher Gepäckmenge. Damals durfte ich noch extra bezahlen gehen für das Übergepäck. Und auf den Weg in ein Land, wo ich keine Wohnung hatte und kein Wort der Sprache konnte. Da bin ich jetzt schon viel organisierter, immerhin habe ich schon eine Wohnung, habe bei Duolingo versucht Türkisch zu lernen und ich bezahle mein zusätzliches Gepäck schon vorher. Also alles viel entspannter. Ich glaube, im Vergleich zu damals bin ich auch viel relaxter, was die komplette Betrachtung angeht. Aber ähnlich zu damals freue ich mich auch riesig, dass es endlich losgeht.
Am Anfang meiner Zeit in Deutschland kam es mir so vor, dass die Zeit nie vergeht und die Zeit kam mir unfassbar lang vor. Doch irwann ist das alles gekippt und die Zeit ist nur so verflogen. Der Juli und August kamen mir so kurz vor, dass ich das Gefühlt habe, dass mein Geburtstag nur ein paar Tage her ist. Keine Ahnung woran das lag. Aber es war wirklich sehr kurzweilig in den letzten Tagen und Wochen und ich habe einiges nicht geschafft, was ich eigentlich noch so vorhatte. Aber was solls, es wird ja nicht das Letzte mal sein, dass ich in Deutschland bin.
Das soll es erstmal wieder gewesen sein und ich werden nun meinen Weg zum Gate antreten und schauen, ab wann es da losgeht. Ich hoffe, meine Geheimtaktik hat funktioniert und ich habe eine Reihe für mich und kann schön schlafen. Also bis zum nächsten Mal. Dann mit Sicherheit das erste Mal aus Istanbul. Also bis bald.