Hey Ho. Ich melde mich nun zum ersten Mal aus der Türkei. Mittlerweile habe ich fast die erste Woche geschafft und möchte euch ein wenig davon berichten. Auch wenn die Woche mir gar nicht so lang vorkam. Also eher wie eins oder zwei Tage. Also viel Spaß beim Lesen.
Der letzte Teil meiner Reise am Sonntag war dann eine Taxifahrt vom Flughafen zu meiner Wohnung. Der Taxifahrer nahm auch extra den längsten Weg, damit ich schon besonders viel sehen kann. Als ich angekommen bin, war auch gleich der Hausmeister da und hat mir die Wohnung geöffnet. Also Miene gesamte Reise lief am Sonntag ziemlich entspannt und problemlos. Montag habe ich dann genutzt um meine Taschen auszupacken, die Wohnung ein wenig neu zu arrangieren, so das mein Schreibtisch nun einen Blick auf das Meer besitzt. Das könnte für die zukünftige Arbeit helfen. Aber viel weiteres habe ich am Montag nicht erlebt.
Der Dienstag bestand dann daraus, dass ich meinen Mietvertrag unterschreiben gehen musste. Dazu habe ich vom Verwalter eine Adresse bekommen und habe dann meine erste eigenständige Reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angetreten und ich muss zugeben, ich bin echt begeistert. Man besitzt hier eine Karte auf die man Geld aufladen kann und dann bezahlt man damit den Eintritt zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Und natürlich das Reisen mit der Fähre über den Bosporus ist schon ziemlich cool und entspannt. Als ich dann an der Location ankam stellte sich heraus, dass dies ein Bankengebäude ist. In dem Moment kam ich mir ein wenig underdressed vor, aber was soll man machen. Am Ende bestand das Unterzeichnen aus ein wenig Smalltalk mit dem Besitzer und danach bin ich wieder los mit meinem unterzeichneten Mietvertrag. Auf der Rückreise habe ich dann schon einen krassen Localmove ausgepackt: Anstelle der Benutzung des Busses den Google Maps mir empfahl, habe ich einen anderen genommen, der meiner Meinung auch da hinfährt, wo ich hin wollte und mein Risiko ging voll auf und ich konnte somit eine Fähre eher zurück nach Asien nehmen.
Der Mittwoch war relativ entspannt und brachte nichts besonderes. Aber dann am Donnerstag stand das Highlight der Woche an. Erstmal kam zum ersten Mal die Putzfrau, was genauso komisch ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Das war natürlich nicht das Highlight, aber weil ich das Gefühl hatte, die ganze Zeit im Weg zu sein, habe ich mich entschlossen mein Viertel zu erkunden. Und bin da ein wenig rumgelaufen. Und als ich dann so in einem Café gesessen habe, ist mir aufgefallen, dass viele Menschen mit Fenerbahce-Trikot durch die Gegend laufen. Das machte mich neugierig, ob daeventuell ein Fußballspiel ansteht. Tatsächlich fand am Abend ein Spiel gegen Twente Enschede statt. Also habe ich mich dazu entschlossen, zu versuchen, dafür eine Karte zu bekommen. Und dies war vermutlich die aufregendsten Stunden in diesem Jahr. Also nehme ich euch mal mit in den Marathon ein Fußballticket hier zu kaufen.
15.00 Uhr – Ich entscheide mich zum Stadion zu gehen, und zu schauen ob es da Tickets zu kaufen gibt.
15.20 Uhr – Ich bin am Stadion. Leider gibt es keinen Store wo man die Tickets bekommen kann. Oder ich finde es zumindest nicht. Ich entscheide mich, nach Hause zu gehen und mein Glück digital zu versuchen.
16.00 Uhr – Ich bin zu Hause und versuche Tickets zu finden. Auf der Homepage von Fenerbahce finde ich jedoch nichts. Auf einer anderen Seite finde ich dann endlich bezahlbare Tickets.
16.15 Uhr – ich schließe den Kauf ab und freue mich. Auch wenn ich gefühlt 100 Dinge eingeben musste, habe ich am Ende es geschafft den Kauf abzuwickeln. Ich bin glücklich.
16.28 Uhr – Ich bin weniger glücklich. Ich habe die Nachricht bekommen, dass ich für die Karten einen Passolig brauche.
16.30 Uhr – Ich recherchiere was Passolig ist. Im Prinzip ist es ein Account welcher verbunden mit einer Chipkarte dazu berechtigt, Tickets für alle möglichen Events besonderes Sport zu erwerben. Sprich man braucht einen Passolig um ins Stadion zu kommen.
16.45 Uhr – Ich schließe meine Anmeldung für den Passolig ab.
17.00 Uhr – Mein Passoligantrag wird angenommen. Ich freue mich.
17.05 Uhr – Ich lese, dass die Chipkarte ungefähr 2 Wochen benötigt. Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass wird ne enge Kiste. Ich bin wieder weniger glücklich.
17.07 Uhr – Die Rettung ist in Sicht. Man kann auch eine einmalige Single Entrance Karte bekommen am Stadion und mit der sollte es dann funktionieren. Ich bin wieder glücklich
17.10 Uhr – Ich schreibe der Platform auf der ich das Ticket erworben habe, dass ich nun einen Passolig habe und sie mein Ticket darauf laden können. Da nur der Passolig natürlich nicht ausreicht.
17.30 Uhr – Es gibt keine Antwort. Ich denke mir, okay du bist eben nicht in Deutschland. Und fange an ein wenig Türkisch zu lernen.
17.45 Uhr – Immer noch keine Antwort. Ich werde langsam nervös. Und frage noch mal nach und lerne weiter Türkisch.
18.00 Uhr – Immer noch keine Antwort, ich frage bestimmter nach, denn langsam nervt es. Aber es sind ja noch 2 Stunden bis Anpfiff, also habe ich immer noch Hoffnung.
18.10 Uhr – Ich warte nun schon über eine Stunde auf eine Antwort. Ich frage nicht mehr nach, ich beschwere mich, denn langsam habe ich das Gefühl, dass ich heute kein Stadion mehr besuchen werde.
18.15 Uhr – Ich habe eine Antwort bekommen. Sie checken alles und ich soll bitte 5 min warten. Ich bin erleichtert und glücklich.
18.20 Uhr – Natürlich keine Antwort. Ich hatte aber auch nicht erwartet, dass es jetzt so schnell auf einmal gehen sollte.
18.30 Uhr – Immer noch keine Antwort. Meine Stimmung trübt sich wieder. Trotzdem fange ich an mir etwas zu essen zuzubereiten, da langsam die Zeit knapp wird, noch knapp 90 Min bis Anpfiff.
18.45 Uhr – Wieder bin ich am Warten und bekomme nichts mitgeteilt. Ich bin genervt. Es ist nur noch etwas mehr als eine Stunde bis Anpfiff und niemand kommuniziert mit mir.
18.55 Uhr – Ich bin am Verzweifeln. Es ist echt nervig.
18.59 Uhr – Die Erlösung. Ich bekomme die Nachricht, dass auf meinen Passolig eine Eintrittskarte hinzugefügt wurde. Ich kann ins Stadion.
Ich ziehe mich an und mache mich auf den Weg ins Stadion, ab dann lief wieder alles problemlos. Nur ein paar Polizisten, die nicht glauben konnten, dass ich kein Gästefan bin. Und viele Fenerbahce-Fans, die mich auch sehr fragend angeschaut haben. Könnte auch daran gelegen haben, dass meine Karte natürlich für den eigentlich Stehplatzbereich war, also da wo die richtigen Fans sind. Am Ende war es eine sehr interessante Erfahrung. Und es war unfassbar laut. Nach dem Spiel bin ich tatsächlich mit Ohrenschmerzen rausgegangen. Aber auch als neuer Fenerbahcefan. 😀 Zumindest habe ich nun ein Fischermütze in Fenerbahcefarben.
So, da dies der vermutlich längste Eintrag meiner Bloggerkarriere war, will ich mal aufhören. Ich werde mich sicherlich demnächst wieder melden und noch von all den anderen Dingen erzählen, die mir so passieren hier. Also bis dahin. Iyi günler!