Erstes Jahr IEL

Hey Ho 🙂 Es ist endlich geschafft, ich hatte gestern meinen letzten Schultag in meinem ersten Schuljahr in der Türkei. Somit sind nun für mich Sommerferien. 10 Wochen. Ihr könnt euch mein Grinsen sicherlich vorstellen. Falls nicht, stellt euch ein kleines Kind, an seinem Geburtstag vor, wenn es endlich die Geschenke auspacken darf. Ich möchte den Eintrag dazu nutzen, um mal ein paar Gedanken zu meinem ersten Schuljahr loszuwerden. Also viel Spaß beim Lesen. 

Zu Beginn möchte ich einfach mal das Vergangene bewerten und später dann Ausblick auf die nächsten Schuljahre geben (oder ist es vielleicht doch nur eins?!). Nachdem Sabbatical hatte ich persönlich doch schon so meine Probleme wieder in den Lehreralltag einzutauchen und war an einigen Stellen doch schon recht unzufrieden mit mir. Auch wenn mir dies nicht durch die Klassen,  das Kollegium oder Abteilungsleitung widergespiegelt wurde, aber vermutlich ist und war das wieder mein persönlicher Anspruch, den ich an manchen Stellen doch wohl etwas runterfahren muss. Aber im Laufe des Schuljahres kam ich dann immer mehr an im Lehrerleben, was sehr angenehm war. Auch war es spannend die Unterschiede in verschiedenen Auslandsschulen wahrzunehmen und wie sehr sich zwei Schulen doch unterscheiden können. 

Im Rückblick habe ich das erste Mal erlebt, dass ich in die Sommerferien starte und prinzipiell noch Energie habe. In Kairo war es fast immer so, dass ich die Ferien dringend notwendig hatte. Dieses Jahr hätte das Schuljahr auch ruhig länger sein können. Also die versprochene sehr hohe Arbeitsbelastung kann ich nur bedingt bestätigen. Generell sind einige Aussagen wie Schneefrei und ab Anfang April findet keine Schule mehr statt, nicht wirklich eingetreten. Ob die Belastung wirklich nicht so hoch war, oder ob Kairo mich einfach sehr gut darauf vorbereitet hat, ist eine Frage, die nur sehr schwer beantworten ist, und eigentlich auch unnötig. Tatsache ist, dass das Jahr gut handelbar war und ich nun in die Ferien starten kann. 

In meiner Entwicklung als Lehrer war dieses Schuljahr und die gesammelten Erfahrungen an der Schule sehr spannend. Besonders der Aspekt, dass die Kinder wirklich erst im ersten Jahr an der Schule Deutsch lernen und somit bis zum Abitur nur 5 Jahre haben, um auf das entsprechende Deutschniveau zu kommen. Und ich finde der Fokus auf Sprache bereichert den Fachunterricht doch schon sehr. Also nicht, dass ich dies immer besonders toll und vermutlich auch nicht immer komplett richtig mache, aber die Auseinandersetzung mit der Sprachbarriere ist schon ziemlich interessant. Auch habe ich meine OneNote-Umgebung weiter ausgebaut und denke, dass ich davon ab einen gewissen Zeitpunkt sehr profitieren werde. Auch wenn ich immer noch nicht zu 100% zufrieden bin und noch einige Dinge sehe, die ich verbessern kann oder wo ich die Funktionalität noch viel mehr ausnützen könnte, mir aber auch ehrlich gesagt, manchmal die Zeit und die Energie fehlt. Vermutlich wird dies einfach so mein Lebensprojekt als Lehrkraft, da mein geballtes Fachwissen über Mathe- und Physikunterricht einzubauen und dies dann zu versteigern. Es ist und bleibt ein work in Progress. Was denke ich, aber auch nicht schlimm ist, ich meine wenn ich jetzt schon fertig damit wäre, dann wären die nächsten Jahre dann ja doch sehr langweilig. 

Erwähnenswert und auch sehr lehrreich war mein Mitarbeit an einem Mikrofortbildungskonzept für das nächste Schuljahr. Die Einladung zu dieser Zeit kam für mich dann zwar doch schon sehr überraschend, aber ich muss sagen, es war eine der coolsten Konzepterarbeitungen, an denen ich beteiligt war. Unsere Mikrofortbildungen starten dann ab dem nächsten Jahr und kommen dann im Kollegium hoffentlich genauso gut an, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich halte euch auf dem Laufenden, also falls es erfolgreich ist, ansonsten hat es das nie gegeben. 

Zum Schluss möchte ich den Blick noch ein wenig nach vorn richten. Etwas überraschend kam für mich die Nachricht der Abteilungsleitung, dass man doch bitte schon vor den Sommerferien ein Statement abgeben soll, ob man ab 2025 noch an der Schule arbeiten möchte. In Kairo kam dies immer erst Mitte des ersten Halbjahres. Aber zum Glück war diese Entscheidung für mich ziemlich einfach, denn ähnlich wie Kairo habe ich noch nicht den Eindruck, dass ich nach 2 Jahren hier fertig bin. Jetzt müssen nur noch die anderen Parteien zustimmen und dann stehen, 2 weiteren Jahren nichts mehr im Weg. 

Spannend im nächsten Jahr wird die Tatsache, dass ich dann erstmalig Koordinationsstellen übernehme. Neben der Physikfachleitung werden ich noch gemeinsam mit einer Kollegin die DFU-Stelle übernehmen (DFU=Deutschsprachiger Fachunterricht). Wären das noch vor einem Jahr zwei Stellen gewesen, die nicht so direkt auf meinem Radar gestanden hätten, sind dies nun zwei Aufgaben, auf die ich mich sehr freue, diese begleiten zu dürfen. Ich denke, beides Stellen stellen tolle Herausforderungen für mich dar, um zum einen meine Stärken einzubringen und zum anderen noch meine eigenen Kompetenzen zu erweitern. Ich freue mich also auf die künftigen Aufgaben und all die Challenges, die damit verbunden sind. Es ist schon manchmal spannend, wie sich Perspektiven in gewissen Zeiten verändern können. 

Soooo das soll es erstmal wieder gewesen sein. Ich werde mich bestimmt in den nächsten Tagen mal wieder melden, um dann ein generelleres Fazit über mein Leben in Istanbul zu ziehen. Also bis dahin.  

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