Die Radtour hat begonnen

Moin Moin. Die erste Woche ist in den Pedalen. Seit 7 Tagen bin ich nun ununterbrochen im Fahrradsattel. Also zumindest fast. Ich finde auch noch Zeit für andere Dinge: ein wenig Stretching und ab und an ein Workout. Und natürlich habe ich es heute nach 107 km radeln, auch mal wieder geschafft, hier etwas zu schreiben. Also viel Spaß an meinen Gedanken zur ersten Woche im Sattel.

Kommen wir erstmal zu den harten Fakten. Nach einer Woche bin ich nun genau 569 km gefahren. Dabei habe ich einen Tag in Wroclaw Pause gemacht. Somit liege ich also bereits in dieser Woche über den Schnitt von 500 km pro Woche, wenn ich die angepeilten 6 Wochen bis nach Istanbul schaffen will. Ich bin also ganz happy über den Fortschritt, den ich bisher machen konnte. Ich werde demnächst weiter versuchen möglichst schnell voranzukommen und mein erster Halt, mit ein oder vielleicht sogar zwei Pausentagen habe ich aktuell für Zagreb geplant. Aktuell bin ich in der Nähe von Brno (Tschechien) und werde morgen über die Grenze nach Österreich fahren.

Kommen wir zum nächsten wichtigen Fakt: wie fühle ich mich? Auch da kann ich bisher fast nur gutes berichten. Die Beine fühlen sich eigentlich richtig gut an und ich habe auch das Gefühl, dass sie immer stärker werden, wenn ich meine heutigen Anstiege, mit denen des ersten Tages vergleiche. Auch das Popöchen fühlt sich bisher viel besser an, als es sonst am Ende der ersten Woche einer Fahrradtour ist. Nur meine linke Schulter fühlt sich manchmal sehr schmerzhaft an, aber da muss heute wohl mal die Massagepistole zeigen, weshalb ich sie mitgenommen habe. Aber Prinzipiell bin ich sehr guter Stimmung, was meine körperliche Verfassung angeht. Heute und gestern gab es dann auch die ersten richtige Anstiege mit Rampen von bis zu 13 %, was ja schon ohne Anhänger eine Herausforderung ist, aber mit Anhänger fühlen sich diese einfach noch viel krasser an. Aber sie sind ein gutes Training, denn Komoot sagt mir, dass in Albanien ein Berg auf mich wartet mit insgesamt 800 Höhenmetern zu klettern und mit Rampen mit bis zu 16 %. Das wird dann auf alle Fälle eine schöne Challenge.

Apropos Anhänger, dieser ist ja neu und ich verwende ihn zum ersten Mal. Und ich muss sagen, soweit bin ich echt begeistert. Nachdem der Start sich so angefühlt hat, wie eine frisch geschlüpfte Giraffe auf ihren Beinen aussieht: recht wacklig. Da habe ich mich damit noch nicht wirklich bis nach Istanbul kommen sehen Zum Glück konnte ich nach 10 km nochmal ein wenig umpacken und seitdem läuft es oder besser: fährt es. Und es wird jeden Tag sicherer, war es am ersten Tag auf der Landstraße noch recht unangenehm, gravele ich mittlerweile mit dem Hänger durch Gelände, welches man maximal als kaum befahrbar beschreiben könnte. Also es macht wirklich sehr viel Spaß, außer am Berg, da fühlt es sich so an als ob sich der Asphalt plötzlich in Sekundenkleber verwandelt. Aber ich sehe es mal so, geiles Training. Immer wenn ich nachmittags nochmals in Adiletten einkaufen fahre, dann fühlt sich das wie Fliegen an.

Bin ich den ersten Teil der Woche noch in Begleitung gefahren, bin ich nun seit Sonntag allein unterwegs. Das war dann schon auf einmal ein anderes Gefühl. Spontan wie ich bin, habe ich mich nie wirklich mental damit auseinander gesetzt, dass ich nun 5,5 Wochen auf mich allein gestellt bin. An dem Tag ist mir das erste Mal richtig aufgefallen, dass das ja schon ne kleine Herausforderung ist, wenn man bedenkt, dass nach Österreich für mich nur unbekanntes Terrain auf mich wartet. Aber ich glaube, man sollte so etwas nicht aus der großen Perspektive betrachten sondern aus der kleineren: Kann ich morgen 98 km nach Österreich fahren? Jo absolut kein Problem. Und dann kann ich übermorgen x km durch Wien fahren? Klärchen. Und so wird es immer weiter gehen. Auf alle Fälle bin ich sehr dankbar dafür, dass ich überhaupt die Chance und die Möglichkeit habe so ein Projekt zu machen, sowohl finanziell als auch gesundheitlich, ich behaupte, dass dies schon ein besonderes Privileg ist.

Auf alle Fälle freue ich mich auf die kommenden 5 Wochen mit all den mir noch unbekannten Abenteuern, Herausforderungen, den schönen und den weniger schönen Radwegen (okay, auf die freue ich mich weniger) und all die schönen Landschaften, die ich noch durchfahren darf. Wer interessiert ist an meinen täglichen Fortschritt, kann mir ja auf Strava folgen, da gibt es meine tägliche Route mit visuellen Eindrücken. Also bis zum nächsten wöchentlichen Fazit meiner Tour (falls ich es denn schaffe).

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