Moin Moin. Wir bereits letzte Woche habe ich den Sonntag als Resttag auserkoren und habe heute keine Tour gemacht, anders als letzte Woche habe ich auch wirklich mal ausschließlich Pause gemacht und keinen Sport gemacht, sondern die Zeit in Split verbracht. Wie es mir so in der letzten Woche in Kroatien auf dem Rad ergangen ist, erfahrt ihr hier im Eintrag, also viel Spaß beim Lesen.
Nachdem der letzte Eintrag noch aus Slowenien stammt, kommt dieser wie bereits erwähnt, aus Kroatien. Und ähnlich wie in Slowenien ist dies auch die letzte Nacht, die ich in Kroatien verbringen werde, denn morgen soll es ins nächste Land weitergehen. Doch dazu später mehr. Die letzten 6 Tage war ich somit quer durch Kroatien unterwegs, eingefahren im Nordosten und befinde mich nun im Süden. Auf dem Weg dahin bin ich durch verschiedene Nationalparks gekommen und konnte mich auch immer wieder in der Adria erfrischen, dies war auch dringend notwendig, denn seit mehreren Tagen habe ich keine Wolken mehr gesehen und das Thermometer zeigt eigentlich permanent Werte über 35 Grad an, also perfektes Fahrradfahrwetter, Mein persönliches Highlight war die Natur zwischen den eigentlichen touristischen Highlights hier in Kroatien, seien es die kleinen Wasserfälle in Slunj oder sei es die Abfahrt nach einem Pass gewesen, die mir ein unbeschreibliches Panorama geboten hat.
Was ein wenig schwieriger war, sind drei Dinge gewesen, erstens bin ich in Kroatien ungefähr 500 km auf Bundesstraßen unterwegs gewesen, zweitens das Verhalten von kroatischen Autofahren zu Radfahrern auf Bundestraßen und drittens falls es dann mal Radwege gab, war deren Zustand ein Witz. Also wirklich, durch Komoot bin ich ja einiges an Untergründen gewöhnt und meistens sind die schlecht, weil es eben keine speziellen Radwege sind, aber in Kroatien sind die Radwege schon sehr gewöhnungsbedürftig. Gerade wenn man bedenkt, dass ich mich ab Zadar wieder mehr oder weniger auf einem europäischen Radfernweg befunden habe. Wenn es dann mal eigene Radwege gab, waren dies Schotterpisten der übelsten Sorte. Entweder faustdicke Steine oder so loser Untegrund, dass man eigentlich null Grip hatte. Und gerade wenn man bedenkt, dass das Radfernwege sein sollen, wo also nicht jeder mit Mountainbikereifen unterwegs ist, ist das schon sehr fragwürdig. Also wer immer mal den europäischen Mittelmeerradweg abfahren möchte, zieht in Kroatien dicke Reifen auf. Oder alternativ fahrt Bundesstraße. Aber auch das ist gewöhnungsbedürftig. Denn kroatische Autofahrer mögen keine Radfahrer. Kroatien ist das erste Land, in dem ich regelmäßig angehupt wurde (auch wenn der Euroradweg gerade wirklich an der Bundesstraße verlief) oder gar beschimpft wurde. Des Weiteren wird der Sicherheitsabstand hier eher so verstanden, dass das Auto sicher vor Kratzern von Radfahrern ist. Also alles mit einem Abstand von 10 cm ist für die Autofahrer okay, für mich eher weniger. Mein persönliches Highlight war ein mir entgegenkommender Autofahrer auf einer sehr engen Straße, auf der es für einen Radfahrer und einen Autofahrer schon sehr knapp wird. Er sah mich kommen, ich sah ihn kommen, ich bewegte mich so weit wie möglich nach rechts und wurde langsamer. Er blieb in der MIitte und wurde schneller. Ich dachte, oh vielleicht bremst er einfach spät. Selten so falsch gewesen. Er blieb in der Mitte, ich rutschte fast vom Straßenrand und war einfach froh, dass er mich nicht getroffen hatte. Dann hatte er noch die Dreistigkeit mich laut anzuhupen, als er an mir vorbeidüste. Also ihr seht, Radfahren in Kroatien ist schon eine besondere Erfahrung.
Ich empfand das Fahren auf der Bundesstraße auch sehr anstrengend, da man sich den ganzen Tag konzentrieren muss. Hinzukommt das ich den Norden der Adriaküste also so von Zadar bis SIbenik als sehr touristisch wahrgenommen hatte, was mich schon ein wenig gestört hatte. Auch wenn ich sagen muss, dass seit SIbenik die Küste deutlich schöner geworden ist. Auch die Städte wie Split oder kleinere Ortschaften gefallen mir mittlerweile viel besser. Nichtsdestotrotz habe ich mich entschieden, von meinem ursprünglichen Plan, weiter an der Küste nach Albanien zu fahren, abzuwenden und werde nun eine andere Route fahren. Diese ist ungefähr gleich lang, aber wird vom Profil etwas anspruchsvoller, bietet aber hoffentlich den Vorteil auf weniger stark befahrenen Straßen unterwegs zu sein und vielleicht ein wenig weniger in touristischen Hochburgen unterwegs zu sein. Und außerdem führt mich die Route nun ab morgen durch Bosnien Herzegowina und auch durch den Kosovo. Nachteil ich muss einen Pass auf einer Höhe von 1800 m überfahren, dass wird ne sportliche Nummer. Aber ich freue mich endlich wieder auf etwas Neues und ich komme nun endlich in die Region, auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut habe.
Das soll es mal wieder gewesen sein. Ich werde mich sicherlich am nächsten richtigen Erholungstag wieder melden, wann auch immer dieser sein wird. Also wünscht mir gute Beine für die nächsten Bergetappen. Bis bald 🙂