Long time no see

Jaaaaaa er lebt noch, er lebt noch … . Nach langer Zeit habe ich nun endlich mal wieder Zeit und Energie gefunden, mich hier wieder zu melden. Auch es wenn nicht wirklich Zeit ist, aber ich habe mir gesagt, dass ich heute auf der Fähre die Zeit nutze, um mal wieder zu schreiben und meistens wenn der erste Schritt gemacht ist, wird es ja bekanntermaßen einfacher. Also Ahoi auf der kleinen Bootstour, schauen wir mal wozu der Bosporus mich so inspiriert. 

Fangen wir mal wieder mit Schule an. Hatte ich zu Beginn des Schuljahres noch gehofft, dass es ähnlich angenehm wie letztes Schuljahr wird, musste ich meine Hoffnungen früh begraben. Auch wenn ich dieses Jahr weniger Unterrichtsstunden habe als letztes Jahr, ist dieses Schuljahr deutlich stressiger. Ich kann es noch nicht so richtig erklären, warum es so ist. Es sind auch weniger periodische Zusammenhänge, wie zum Beispiel Klausurenphase oder so. Es ist vielmehr so, dass der permanente workload deutlich höher ist als letztes Jahr. Aber ich kann noch nicht ganz erklären, wie es dazukommt. Aber vielleicht kann ich es in den nächsten Wochen und Monaten herausfinden. Trotz des Stresses macht die Arbeit hier in Istanbul immer noch großen Spaß und es gibt auch ausreichend große Herausforderungen, so dass es eigentlich nicht langweilig wird. Deswegen ist es mir auch relativ einfach gefallen, meinen Vertrag hier in Istanbul zu verlängern. 

Das Leben in Istanbul bleibt weiter erlebnisreich, manchmal durch eigene Blödsinnigkeiten verursacht, manchmal auch durch merkwürdige türkische Gegebenheiten. Bei ersteren muss ich ehrlicherweise auch zugeben, dass es eigentlich eine Frage der Zeit war, bis es mal wieder passiert, aber dann kam natürlich alles in einer Woche. Montag beim rennen, das Handy kaputtgemacht und Mittwoch dann den eigenen Schlüssel verloren. Aber das Leben wäre ja auch langweilig wenn immer alles rund laufen würde. Aber auch die Türkei sorgt immer mal wieder dafür, dass es nicht zu langweilig wird. Letztens hatte ich etwas aus Deutschland bestellt. Das Packet kam dann auch relativ schnell in der Türkei an und wurde dann vom Zoll aufbewahrt. Nach ein paar Tagen bekam ich dann einen Zettel, dass ich bitte an die Poststelle komme, um mein Paket abzuholen. Diese befindet sich jedoch fast an einem Ende von Istanbul, was bedeutete, dass ich mir an einem Tag nach der Schule mit dem Fahrrad den 20 km langen Weg durch den Istanbuler Verkehr bahnte. Angekommen in der Poststelle wurde ich nach erstaunlich kurzer Wartezeit in einen Raum geführt und sah mein Packet. Da dieses aber mit einem Wert von 250 € zu teuer war, durfte ich es nicht mitnehmen, sondern musste es für den Zoll anmelden, dazu sollte ich ein Foto von dem Packet und dem Lieferschein machen. Diese Zollstelle befand sich genau nebenan. Und damit meine ich, wirklich genau daneben. Die beiden Türen hatten einen Abstand von 30 cm. Und der Mitarbeitet der Zollbehörde befand sich auch bei seinen Kumpels in der Poststelle. Als er dann mal wieder in sein Büro kam, sagte er mir nur, dass ich eine e-mail an die folgende Adresse schicken solle. Also bin ich am Ende 40 km mit dem Rad durch Istanbul geradelt, um eine e-mail zu schicken. Das ist wieder so ein Punkt, wo ich mich frage, wie es zu diesem Vorgehen gekommen ist. Ich meine wäre es denn nicht viel einfacher wenn der Zollmitarbeiter einfach das Foto macht, da er ja sowieso die ganze Zeit in der Poststelle ist. Aber was soll es, ich habe als eine kleine Trainingseinheit interpretiert und somit war die Sache für mich abgeschlossen. Und ich freute mich auf mein Packet. Aber daraus sollte nichts werden. Denn nach einigem hin und her mit der Zollbehörde hat diese mir eine Mail geschrieben, mit den vermutlichen Kosten zur Eröffnung eines Zollverfahrens. Und darin stand das die Kosten ungefähr 400 € sind. Also um Ware im Wert von 250 € einzuführen hätte ich 160 % des Warenwerts bezahlen sollen. Das fand ich dann doch etwas übertrieben und habe mich entschlossen, den Artikel zurückzuschicken. Auch wenn dies bisher nicht so wirklich funktioniert hat. Aber das wird sich hoffentlich noch lösen. 

Zum Jahresende wartet noch ein kleines Highlight auf mich. Nachdem ich im November nun bereits meinen zweiten Marathon gelaufen bin, werde ich am letzten Wochenende diesen Jahres meinen ersten Ultramarathon laufen. Dieser wird in Antalya stattfinden und neben den 57 km, die ich zu laufen habe, gibt es noch knapp 2500 Höhenmeter zu bewältigen, wie ich heute herausgefunden habe. Und um ehrlich zu sein, habe ich ganz schön die Hose voll. Mal schauen wie ich mit diese neue Herausforderung bewältigen kann. Auch wenn ich ziemlichen Respekt vor der Länge und den Höhenmetern habe, vertraue ich meinem Körper, dass zu schaffen. Laut Strava habe ich dieses Jahr im Schnitt 13 Stunden Sport pro Woche eingeloggt, dass muss ja für etwas gut sein. Im nächsten jähr gibt es dann auch schon die nächsten sportliche Ziele. Im November möchte ich dann den Ironman 70.3 probieren. Also die halbe Distanz eines normalen Ironmans. Also auf der sportlichen Ebene bleibt es auf alle Fälle nicht langweilig. 

Das soll es dann mal wieder sein, ich hoffe, mich dieses Jahr nochmal zu melden. Vielleicht ja nach dem Ultramarathon, wenn ich dann noch in der Lage bin dazu, hier etwas zu schreiben. Also bis bald und wünscht mir viel Erfolg für den Trailrun.

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