As-salamu ‚alaykum

Nun das erste Mal tatsächlich aus Kairo. Mittlerweile bin ich seit gut 24 Stunden hier in der ägyptischen Metropole. Und es ist echt schwer all die Eindrücke so richtig zu sortieren und einzuordnen. Darum gehen wir das ganze am besten chronologisch an.

Mein Flug kam gestern mit reichlicher Verspätung an. Da ich zusätzlich noch ewig auf mein Gepäck warten musste und mir noch schnell eine ägyptische Simkarte kaufen wollte, habe ich den Flughafen erst gegen 22 Uhr verlassen können. Draußen angekommen, begrüßte mich auch schon mein Empfangskomitee, bestehend aus gefühlt 1000 männlichen Taxifahrern, die so heiß auf einen Deutschen waren, wie Schalke 04 auf die Meisterschale. Also suchte ich mir den Erstbesten aus. Da ich vorher wusste, was die etwa einstündige Fahrt kosten wird, war die Verhandlung um den Preis relativ kurz und zielorientiert. Auf der Fahrt lernte ich dann auch gleich mal die Grundzüge der ägyptischen Verkehrsordnung kennen: Wer am lautesten hupt, ist im Recht.

Angekommen an meiner neuen Schule, in welcher ich die ersten Tage schlafen werde, wurde mir klar, dass ich noch was essen muss. Also dank dem Pförtner der Schule einen kleinen Fastfoodimbiss gefunden. Dann kam zum ersten Mal das Problem meiner noch nicht ganz so exzellent ausgeprägten Arabischkenntnisse zum tragen: Was bestellen, wenn man die Karte nicht lesen kann. Aber anscheinend muss man mir meine Hilflosigkeit angesehen haben, denn nach nicht mal 30 Sekunden fragte mich ein junger Kaironese (so nenne ich die Bewohner Kairos) ob er mir helfen kann. Dank ihm hatte ich dann einen ägyptischen Döner in der Hand und musste somit nicht hungrig ins Bett.

Am heutigen Tag kamen dann 4 zukünftige Kollegen in die Schule und brachten Frühstück mit. Nach der ersten Kontaktaufnahme zeigten diese mir, die überaus schöne Schule (eigenen Naturrasenfußballplatz und Pool). Nachdem das geschafft war, ging es zum ersten Mal für mich wirklich in die Stadt. Man zeigte mir den nächsten Supermarkt und die anderen amerikanischen Fastfoodketten. Des Weiteren durfte ich die Wohnungen der anderen Lehrer sehen, um ein Gefühl zu bekommen, was so der Wohnstandard ist. Und was wirklich überraschend ist, so mies die Gebäude teilweise von außen auch aussehen, von innen sind sie das Gegenteil. Also ich habe heute zwei wunderschöne Wohnungen gesehen, was ich niemals so erwartet hätte.

Da die Führung etwas länger ging und wir langsam Hunger bekommen haben, musste Mittagessen organisiert werden. Und auf Anraten meiner Mitstreiter taten wir etwas wovon mir jeder abgeraten hatte und kauften uns an einem kleinen Stand in der zweiten Reihe eine ägyptische Pizza. Kostenpunkt für eine Pizza 20 Cent. Aber man muss ehrlich sein, man braucht schon zwei um satt zu werden. Und um es abzurunden, selten sowas Gutes gegessen.

Ein besonders komischer Anblick war eine Ziegenherde mitten auf der Straße. Aber mittlerweile ist auch geklärt, warum, weshalb, weswegen. Nächste Woche steht nämlich das höchste muslimische Fest an, das Opferfest. Dabei werden auf offener Straße die Tiere geköpft und ihr Fleisch an die Armen und Bedürftigen verteilt. Dabei sollen dann die Straßen in Blut getränkt sein und Ziegenköpfe auf der Straße rumrollen. An sich klingt das echt verstörend, ich bin gespannt, was ich dann nächste Woche so berichten kann davon.

Ansonsten gibt es gar nicht so viel zu erzählen. Das ganze wirkt noch echt surreal auf mich. Also die Vorstellung hier wirklich die nächsten x Jahre zu leben, ist noch nicht so verankert. Aktuell fühlt es sich noch ein wenig wie Urlaub an. Was aber recht gewöhnungsbedürftig ist, ist das ich echt krass angeschaut bzw. angestarrt werde. Das bin ich sonst aus deutschen Städten nicht gewohnt. Aber hier bin ich dann doch schon sowas wie ein kleiner Exot. Gerade kleinere Kinder schauen mich manchmal. als ob ich ein Alien wäre. 😀

Das war erstmal das erste Statement. Bis Bald.

2 Kommentare zu „As-salamu ‚alaykum

  1. Hallo 🙂

    Ich habe selbst eine zeitlang in Dokki gelebt und unterrichtet.

    Die Tiere werden geschächtet nicht geköpft 😉

    Wenn man halal schlachtet, wird die Halsschlagader durchgeschnitten, damit die Tiere ausbluten.

    Liebe Grüße,

    Donatha

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    1. Hallo,

      ja mittlerweile weiß ich auch, dass diese erste, von deutschen stammenden Schauergeschichten, übertrieben sind. Aber ich denke, es wird trotzdem recht einprägsam vermute ich.

      Grüße
      Ricardo

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