Winter in Kairo

Nach einem Monat melde ich mich mal wieder aus dem ägyptischen „Winter“. Der erste Arbeitsmonat ist geschafft und brachte neben der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse auch andere aufregende Events mit sich. Aber zu Erst soll erstmal das Leben im tiefsten ägyptischen Winter beschrieben werden.

Hier im Januar ist es ziemlich typisch wenn man im Unterricht vor 20 Kindern steht und diese alle entweder ihre Jacken anhaben oder gar Handschuhe tragen. Jetzt könnte man sich fragen, ob die Schule Geld spart und die Heizung nicht andreht oder ob hier ähnlich zum nordamerikanischen Kontinent ein wahres Temperaturtief herrscht. Aber beides ist falsch. Für mich fühlt ist es sich wie Herbst oder Frühling an, man überspringt eben die kalte Jahreszeit. Einzig die ersten beiden Wochen nach dem Deutschlandurlaub waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile ist es echt angenehm.

Auch kann ich in diesem Jahr bereits den ersten Badeausflug verbuchen. An einem langen Wochenende im Januar besuchte ich gemeinsam mit einem Kollegen den Libanon. Wir verbrachten da ein Wochenende in Beirut. Beirut ist natürlich ein kompletter Gegensatz zu Kairo. Selten so viele Luxusautos gesehen, wie da. Auch die gesamten Lebenserhaltungskosten sind hier eher mit der westlichen Welt zu vergleichen. Nichtsdestotrotz ist es eine wunderschöne Stadt die traumhaft am Mittelmeer liegt. Und hätte ich mein Snowboard mitgenommen, wäre das nächste Skigebiet nur einen Steinwurf entfernt gewesen. Aber da dieses nicht ins Handgepäck gepasst hat, haben wir uns für das Baden im Mittelmeer entschieden. Des Weitern konnte ich an dem Wochenende mal wieder das Volumen meines Magens austesten. Denn am letzten Abend wollten wir ein Pizza essen gehen. Nach kurzen überlegen, entschieden wir uns beide für eine extralarge Pizza. Dies löste bei der Kellnerin etwas Entsetzen aus: „Das schafft ihr niemals, das ist für 5 Personen“. Und wie es nun mal bei Männern so ist, sage ihnen was sie nicht machen können und sie werden es tun. Naja was soll ich sagen, etwa 43 Minuten und 1,5 kg Pizza (pro Pizza) später, waren die beiden Pizzen verspeist. Resultat des Abends: Anstelle von einem Besuch des Nachtleben Beiruts, wurde im Hotelzimmer verdaut.

Diese etwas ausgeuferte Essenseinlage kam in meiner aktuellen Sportphase eigentlich ziemlich ungelegen. Denn aktuell bereite ich mich auf meinen ersten Halbmarathon vor. Das ergänzte den sowieso vorhandenen Wunsch, wieder etwas abzunehmen, da die Waage mittlerweile Zahlen anzeigte, die ich bis Klasse 3 nicht kannte. Also stand meine Sportzeit unter der Vorbereitung auf diesen 21 km Lauf. Und dabei entdeckte ich meine Vorliebe für den Ausdauersport wieder. War es am Anfang noch recht viel Überwindung, überhaupt mal 6 oder 7 km zu laufen. Gibt es mittlerweile Zeiten in denen ich mich bremsen muss, nicht zu viel zu machen. Auch konnte ich gestern die Generalprobe mit 18 km zur Zufriedenheit meines eigenen Ego’s gestalten. Der Lauf findet dann am nächsten Freitag an den Pyramiden statt. Sollte ich mich also bald nicht mehr melden, bin ich wohl falsch abgebogen und in der Wüste gelandet.

Als letztes möchte ich nun noch erwähnen, dass ich das erste Halbjahr als Lehrer in Kairo geschafft habe. Damit verbunden ist natürlich die Ausgabe der Halbjahresinformationen. Da werden dann natürlich Erinnerungen an die eigene Schulzeit wach. Als die Summe der Kopfnoten ungefähr gleich der Summe der Fachnoten war. Aber es ist schon interessant zu sehen, wie Schüler so mit dem Erhalt der Zeugnisse umgehen.

Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen. Außer das ihr bitte alle am Freitag die Daumen drückt, dass nicht noch eine weitere Pyramide gebaut werden muss 😉 Bis zum nächsten Eintrag.

2 Kommentare zu „Winter in Kairo

Hinterlasse eine Antwort zu Claudia Wiese Antwort abbrechen